Hallo Kanaren, da sind wir also wieder. Schneller als gedacht sehen wir die spanischen Inseln wieder. Wir sind ehrlich, wenn das mit dem sch** Corona nicht wäre, hätte uns unsere nächste Kreuzfahrt nicht hierher geführt. Eigentlich hatten wir vor, in Richtung Mittelamerika aufzubrechen. Aber gut – die Kanaren sind jetzt nicht die schlechteste Alternative. Wir freuen uns auf zwei unbeschwerte Wochen, wenngleich die Maßnahmen an Bord doch schon das Reisefeeling ein wenig einschränken werden. Zumindest denken wir das, noch sind wir ja nicht dort.

Vorher gibts noch ein paar bürokratische Hürden zu bewältigen. Tests, Formulare, Internet-Foren, QR-Codes, Belege und und und … Aber hey, ein Gegner, mit dem ich es gerne aufnehme! Achso, der Reisepreis belief sich auf 1490€ pP inkl. Flug. für die zwei Wochen. Selbstverständlich mit dem für TUI bekannten all-inclusive-Paket und dem vor der Reise nötigen PCR-Test, die damals noch kostenpflichtig waren (ca 90€). Ich kämpfe mich also durch alles durch, so viel Schreibkram hatte ich noch nie im Vorfeld einer Reise. Allerdings hatte ich ja auch Zeit, denn ich brauchte keine Urlaubsplanung zu machen. Das fühlte sich extrem komisch an. Aber dadurch wir sowieso nur in der Bubble vom Schiff durften, gab es nichts vorzubereiten. Eine Kofferpackliste – fertig. Irgendwie will aber immer die dicke fette Katze mit in den Urlaub und immer wieder müssen wir ihm erklären, dass das zu unserem Leidwesen nicht geht.

Praktischerweise war durch die extreme NICHT-Auslatung des Frankfurter Flughafens ein Parken direkt am Terminal möglich. Das ist natürlich extrem cool. Am Abflugtag also lenken wir unseren Schaukelbenz mal ganz untypisch direkt ans Terminal-Parkhaus, scannen den vorher gebuchten QR-Code für unseren Stellplatz (nur 85€ für 14 Tage!), suchen uns ein Plätzchen aus und sind ein paar huntert Meter weiter direkt in der Abflughalle. So beginnt Urlaub. Genial. Leider hat natürlich keinerlei Gastro geöffnet und da wird das wussten, haben wir vorgesorgt und uns eine kleine Vesper mitgenommen und somit die Wartezeit bis zum Check-in überbrückt. Der Flieger selbst war, wie ich schon schrieb, nur mit Gästen besetzt, die mit uns dann auch auf das Schiff gehen werden. Und der Kabinensteward hat bei der Landung vier unspektakuläre Stunden später direkt erzählt, wie es dann weiter zum Schiff gehen wird. Wie auf Klassenfahrt ….


Gelandet in Gran Canaria geht es auch auf dem direkten Weg zum Kofferband, dann ab in den Bus, der uns ohne Umweg bis ans Kreuzfahrt-Terminal bringt, wo wir frisch temperaturgemessen einchecken dürfen und anschließend gleich auf unsere Kabine. Oh wie schön ist denn bitte das??? Eine BALKONkabine! Bisher haben wir immer nach dem Motto gehandelt – brauchen wir nicht, gibt genug Möglichkeiten an Bord, wo du frische Luft schnappen kannst. Ich nehms vorweg. Wir werden nie Nie NIE WIEDER anders verreisen. Nie wieder! Dieses kleine Stückchen bedeutet einfach nur grenzenlose Freiheit. Dieses Gefühl, raus zu treten, über die Reeling zu schauen, den Blick schweifen zu lassen, hoch oben auf Deck 10. Wir hatten in den zwei anschließenden Wochen nachts die Tür immer auf. Wie schön, man hört die Wellen rauschen, ein frisches Lüftchen weht herein – herrlich!

Wir absolvieren die obligatorische Seenotrettungsübung, die ganz coronakonform in Mini-Gruppen durchgeführt wird und lassen uns über das Schiff treiben. Gehen lecker was essen und selbstverständlich auch trinken. Hier merken wir schnell, dass uns aber etwas ganz Entscheidendes fehlt: das Sitzen an der Theke. Wir lieben es einfach, auf einem Barhocker hockend den Jungs an der Bar zuzuschauen, wie sie einen Drink nach dem anderen zusammenbauen und dabei mit den Gästen an der Theke Spaß haben. So darf man nur an den Tischen Platz nehmen und man wird bedient. Getränke an der Theke mitnehmen ist zwar erlaubt aber nicht gern gesehen. Sie passen wirklich super genau auf, dass sich niemals größere Gruppen bilden. Was zusätzlich auch zum TUI-Hygienekonzept gehört, ist, dass man, sobald man sich an einen Tisch setzt, nach seiner Kabinennummer gefragt wird. Sollte es dann später doch mal einen Corona-Ausbruch geben, können die jederzeit nachvollziehen, wer sich längere Zeit in unmittelbarer Nähe zum positiv Getesteten aufgehalten hat. Thats a part of the game!


Und dann legen wir unter dem uns schon bekannten Getöse endlich ab. Leider lässt uns das Wetter ein wenig im Stich, es regnet wie verrückt, aber wir stoßen trotzdem mit einem Drink auf dem Deck 14 hoch oben an. Auf hoffentlich zwei wundervolleWochen Kreuzfahrt unter ganz besonderen Bedingungen.

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