2020 | Ostsee | Zingst

Die schönste Halbinsel der Ostsee: Fischland|Darß

So lange hab ich drauf gewartet: Ich zeige dem JAN meine Ostsee. Schon seit Jahren liege ich ihm in den Ohren: “Wir müssen zusammen mal an die Ostsee. Das ist so unglaublich schön dort!”. Wir waren schon überall auf der Welt, aber dort noch nicht. Jetzt endlich, im Anschluss an unsere Hausboot-Woche in Mecklenburg soll es so weit sein. Unsere komplette Crew verlängert den Urlaub noch um sieben Tage hier oben an der Ostsee – genauer gesagt in Zingst auf dem Fischland/Darß.

Wir haben auch hier wieder unfassbar Glück gehabt und ein wirklich wunderschönes und bezahlbares Ferienhaus gefunden. 1A-Lage, super neu und modern, es gibt nicht das Geringste auszusetzen … Die ca. anderthalbstündige Anfahrt von Fürstenberg, wo wir das Boot gestern abgegeben haben, bis nach Zingst fahren wir getrennt, denn Familie Schnitz möchte noch einen Abstecher ins Müritzeum machen. Wir hingegen machen einen Boxenstopp in Neubrandenburg, gegen Nachmittag treffen wir uns dann alle am Ferienhaus. Und so sitzen wir mal wieder im Auto.


Da wir wirklich sehr früh in Zingst ankommen, fahren wir zu allererst einen Fahrrad-Verleih an. Die gibts ja hier zuhauf und wir mieten uns zwei tolle Drahtesel, die uns bis zur Abreise bestimmt gute Dienste leisten. Wir schließen die aber vorerst dort an, da wir ja noch mit dem Auto da sind. Die müssen erstmal warten denn jetzt holen wir den Schlüssel für unser Ferienhaus. Wir sind zwar vor der Checkin-Zeit an der Zimmervermittlung aber es liegt schon alles für uns bereit. Wir füllen die vielen Formulare aus, legen die Kurtaxe für die ganze Bande vor und machen uns auf, das Haus zu entern. Und was ist das für ein tolles Haus. Hier werden wir ganz bestimmt eine tolle Woche verbringen.


In der Zeit, wo sich die Schnitzens im Haus einrichten (das dauert bei vier Personen ja schon etwas länger :)) fahren JAN und ich in den Famila. Der Kühlschrank muss gefüllt werden, bevor wir dann zusammen alle aufbrechen und prüfen, ob es wirklich nur 400 Schritte bis ans Meer sind. Ja, was sollen wir denn sagen? Es ist genau wie beschrieben. Wirklich nur ein kleinen Stück vom Haus weg und du stehst in der Düne, Aufgang #11. Von hier hat man eine wundervolle Sicht auf die Seebrücke, die in der untergehenden Sonne nochmal schöner ausschaut. Wir trennen uns wieder, denn im Gegensatz zu den anderen 4en knurrt uns beiden der Magen, unsere Freunde wollen sich mal die Seebrücke anschauen und dort vielleicht was trinken.



Wir futtern eine Kleinigkeit im Grissini, schauen uns noch das abendliche Zingst etwas genauer an und laufen zum Fahrrad-Vereih, wo unsere beiden Fahrräder schön brav auf uns gewartet haben, und stoßen wieder zum Rest unserer Crew. Nach einem kleinen Absacker hier an der Beachbar im Ibiza-Stil gehts zurück in unsere Wohnung, wo wir die Gesellschaftsspiele des Vermieters unter die Lupe nehmen. Auf dem Wohnzimmertisch finde ich aber auch noch einen sehr umfangreichen Stapel Flyer über all die Ausflugsziele hier und wir stürzen uns gleich drauf, vorallem die Kids, die natürlich bei Schwimmbad, Kletterpark und Zoo sofort losfahren möchten … Wir legen uns ein paar Sachen zurecht, die uns interessant erscheinen.


Selbstverständlich ist auch hier Corona ein Thema, aber man hat das Gefühl, dass bis auf die Masken, die man in nur ganz wenigen Lokalen tragen soll, alles seinen gewohnten Gang geht. Wir erfreuen uns an der recht lockeren Art, wie damit umgegangen wird. Und die Zahlen geben dem Ganzen Recht! Es wird wohl eine fast “normale” Woche in Bezug auf das Virus-Thema. Wir freuen uns auf die vor uns liegene Zeit, zumal der Wetterbericht ausschließlich Sonnenbrand-Temperaturen vorhersagt. Juhuuuu!

obwohl ich ja jetzt schon so braun bin, dass sich die anderen nicht mehr neben mich stellen möchten auf Fotos. 😉


Tag 2

Nach dem gemeinsamen ersten Kaffee wollen nochmal zu unserem Fahrrad-Verleih, denn JAN möchte gern eine Handyhalterung ans Lenkrad haben. Dahin lotsen wir auch die vier Schnitzes, die auch ausleihen und dann aber an den Strand weiter ziehen werden. Die Kinder wollen jetzt ENDLICH ins Wasser … 😉 verständlich!

Wir beide lenken unsere Fahrräder Richtung Westen, dort ist das Ziel, der Strand, die Erinnerung, dieses kleine Stück in meinem Herzen, was ich JAN unbedingt zeigen will. Der Perower Strand! Hier war ich vor millionen Jahren, in einer anderen Zeitzone mit meinen Eltern mal und all das hat sich in mein Hirn gebrannt.

Man kommt gut vorwärts oben auf dem Deich-Fahrradweg, auch wenn der schon recht voll ist mit all den Touristen. Aber hey wir sind ja nichts anderes. Teilweise ists bei Gegenverkehr ganz schön eng. Und auch wenn es ja “nur” geradeaus geht, bin ich ganz schön außer Puste, als wir endlich das Ortseingangsschild von Prerow sehen. Aber bevor wir die Seebrücke besuchen, machen wir einen Linksschwenk in die Stadt hinein, wir haben Dorscht! Den löschen wir ganz ordentlich im Darßer Brauhaus, es gibt sogar ein Gulasch für den Gatten und für mich eine Melonensuppe. Das besondere hier, das verrät schon der Name, ist das selbstgebraute Bier. Wenn er gekonnt hätte, hätte sich der Gatte durch die Karte probiert. Aber es ist gradmal mittags und wir haben noch viel Fahrradweg vor uns.


Wir überqueren die stark befahrene Hauptstraße und suchen am Fuße der Seebrücke einen Parkplatz für die beiden Fahrräder. Gar nicht so einfach bei dem, was hier los ist! Ein paar Schritte noch – und da ist er. Am End ist es für Außenstehende auch nur Sand mit Meer davor, für mich ists Erinnerung pur. Hach, schön!


Natürlich laufen wir bis ganz ans Ende der Brücke und bleiben eine Weile hier. Aber naja – Ferienzeit und Götterwetter ist schuld – hier ist echt die Hölle los. Ans Baden haben wir eh nicht gedacht, also schlendern wir noch durch die Budenzeile, futtern Fischbrötchen und machen uns wieder auf den Heimweg.

Wir grillen zum Abendessen und spielen zusammen ein spannendes Rätselspiel von den drei ???, wo man zu einer Krimi-Geschichte erst puzzeln muss und dann auf diesem Bild die Spuren finden muss. Tolles Spiel, sogar für uns “große Kinder”. Und als die Kurzen im Bett waren, haben wir pünktlich um Mitternacht noch Singen dürfen, denn Papa Schnitz hat heute Geburtstag … Happy Birthday


Tag 3

Heute darf sich das Geburtstagskind aussuchen, wo es hingeht. Vorher wird er natürlich auch von seinen beiden Sohnemännern beschenkt, die ja heute nacht schon ganz brav in ihren Bettchen geschlafen haben. Seine Wahl für unseren Ausflug fällt auf eine Boddenfahrt rüber nach Born mit einem Besuch dort im Kletterpark. Pünktlich stehen wir am Hafen, damit wir auf jeden Fall mitkommen, denn wie schon erwähnt, Zingst platzt aus allen Nähten. Ferienzeit, mega Wetter und coronabedingte Umbucher, die eigentlich ins Ausland wollten.

Wir sind fast die ersten, die auf die Fähre dürfen und finden ein schönes Plätzchen ganz oben. Schon jetzt, morgens halb 10, ist es richtig warm, und wir genießen die Überfahrt, während der Käptn sehr viel Interessantes zu erzählen weiß. Als wir eine Stunde später in Born vom Dampfer gehen bekommen wir einen regelrechten Kulturschock. Absolut ruhig, gemütlich, beschaulich ja schon fast beängstigend ruhig ist das hier. Unfassbar schön, so wie ich eigentlich die Orte Zingst und Prerow in meiner Erinnerung habe. Die sind mittlerweile leider ein wenig ver-sylt-et und das ist eigentlich so gar nicht unser Geschmack. Aber zurück zu Born. Den kleinen Fußmarsch zum Kletterpark machen wir gern, es ist nicht weit und so kann man den Ort gut kennen lernen.


Der Kletterwald ist an den Erlebnishof Gut Darß gekoppelt, ein sehr weitläufiges landwirtschaftliches Gut, welches auch den touristischen Sektor abdeckt. Ein Besuch lohnt sich hier allemal! Die Jungs mieten sich Geschirre und werden von uns in das Klettergelände entlassen, Mama Schnitz und ich machen es uns im Restaurant daneben gemütlich. Allerdings ist die Terrasse mit großen Glasscheiben eingefasst, so dass schon nach kurzer Zeit das Gefühl haben, zu braten und wir setzen uns mit unseren Getränken vor das Ausleihhäuschen der Kletterer.


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