So lange hab ich drauf gewartet: Ich zeige dem JAN meine Ostsee. Schon seit Jahren liege ich ihm in den Ohren: “Wir müssen zusammen mal an die Ostsee. Das ist so unglaublich schön dort!”. Wir waren schon überall auf der Welt, aber dort noch nicht. Jetzt endlich, im Anschluss an unsere Hausboot-Woche in Mecklenburg soll es so weit sein. Unsere komplette Crew verlängert den Urlaub noch um sieben Tage hier oben an der Ostsee – genauer gesagt in Zingst auf dem Fischland/Darß.

Wir haben auch hier wieder unfassbar Glück gehabt und ein wirklich wunderschönes und bezahlbares Ferienhaus gefunden. 1A-Lage, super neu und modern, es gibt nicht das Geringste auszusetzen … Die ca. anderthalbstündige Anfahrt von Fürstenberg, wo wir das Boot gestern abgegeben haben, bis nach Zingst fahren wir getrennt, denn Familie Schnitz möchte noch einen Abstecher ins Müritzeum machen. Wir hingegen machen einen Boxenstopp in Neubrandenburg, gegen Nachmittag treffen wir uns dann alle am Ferienhaus. Und so sitzen wir mal wieder im Auto.


Da wir wirklich sehr früh in Zingst ankommen, fahren wir zu allererst einen Fahrrad-Verleih an. Die gibts ja hier zuhauf und wir mieten uns zwei tolle Drahtesel, die uns bis zur Abreise bestimmt gute Dienste leisten. Wir schließen die aber vorerst dort an, da wir ja noch mit dem Auto da sind. Die müssen erstmal warten denn jetzt holen wir den Schlüssel für unser Ferienhaus. Wir sind zwar vor der Checkin-Zeit an der Zimmervermittlung aber es liegt schon alles für uns bereit. Wir füllen die vielen Formulare aus, legen die Kurtaxe für die ganze Bande vor und machen uns auf, das Haus zu entern. Und was ist das für ein tolles Haus. Hier werden wir ganz bestimmt eine tolle Woche verbringen.


In der Zeit, wo sich die Schnitzens im Haus einrichten (das dauert bei vier Personen ja schon etwas länger :)) fahren JAN und ich in den Famila. Der Kühlschrank muss gefüllt werden, bevor wir dann zusammen alle aufbrechen und prüfen, ob es wirklich nur 400 Schritte bis ans Meer sind. Ja, was sollen wir denn sagen? Es ist genau wie beschrieben. Wirklich nur ein kleinen Stück vom Haus weg und du stehst in der Düne, Aufgang #11. Von hier hat man eine wundervolle Sicht auf die Seebrücke, die in der untergehenden Sonne nochmal schöner ausschaut. Wir trennen uns wieder, denn im Gegensatz zu den anderen 4en knurrt uns beiden der Magen, unsere Freunde wollen sich mal die Seebrücke anschauen und dort vielleicht was trinken.



Wir futtern eine Kleinigkeit im Grissini, schauen uns noch das abendliche Zingst etwas genauer an und laufen zum Fahrrad-Vereih, wo unsere beiden Fahrräder schön brav auf uns gewartet haben, und stoßen wieder zum Rest unserer Crew. Nach einem kleinen Absacker hier an der Beachbar im Ibiza-Stil gehts zurück in unsere Wohnung, wo wir die Gesellschaftsspiele des Vermieters unter die Lupe nehmen. Auf dem Wohnzimmertisch finde ich aber auch noch einen sehr umfangreichen Stapel Flyer über all die Ausflugsziele hier und wir stürzen uns gleich drauf, vorallem die Kids, die natürlich bei Schwimmbad, Kletterpark und Zoo sofort losfahren möchten … Wir legen uns ein paar Sachen zurecht, die uns interessant erscheinen.


Selbstverständlich ist auch hier Corona ein Thema, aber man hat das Gefühl, dass bis auf die Masken, die man in nur ganz wenigen Lokalen tragen soll, alles seinen gewohnten Gang geht. Wir erfreuen uns an der recht lockeren Art, wie damit umgegangen wird. Und die Zahlen geben dem Ganzen Recht! Es wird wohl eine fast “normale” Woche in Bezug auf das Virus-Thema. Wir freuen uns auf die vor uns liegene Zeit, zumal der Wetterbericht ausschließlich Sonnenbrand-Temperaturen vorhersagt. Juhuuuu!

obwohl ich ja jetzt schon so braun bin, dass sich die anderen nicht mehr neben mich stellen möchten auf Fotos. 😉


Tag 2

Nach dem gemeinsamen ersten Kaffee wollen nochmal zu unserem Fahrrad-Verleih, denn JAN möchte gern eine Handyhalterung ans Lenkrad haben. Dahin lotsen wir auch die vier Schnitzes, die auch ausleihen und dann aber an den Strand weiter ziehen werden. Die Kinder wollen jetzt ENDLICH ins Wasser … 😉 verständlich!

Wir beide lenken unsere Fahrräder Richtung Westen, dort ist das Ziel, der Strand, die Erinnerung, dieses kleine Stück in meinem Herzen, was ich JAN unbedingt zeigen will. Der Perower Strand! Hier war ich vor millionen Jahren, in einer anderen Zeitzone mit meinen Eltern mal und all das hat sich in mein Hirn gebrannt.

Man kommt gut vorwärts oben auf dem Deich-Fahrradweg, auch wenn der schon recht voll ist mit all den Touristen. Aber hey wir sind ja nichts anderes. Teilweise ists bei Gegenverkehr ganz schön eng. Und auch wenn es ja “nur” geradeaus geht, bin ich ganz schön außer Puste, als wir endlich das Ortseingangsschild von Prerow sehen. Aber bevor wir die Seebrücke besuchen, machen wir einen Linksschwenk in die Stadt hinein, wir haben Dorscht! Den löschen wir ganz ordentlich im Darßer Brauhaus, es gibt sogar ein Gulasch für den Gatten und für mich eine Melonensuppe. Das besondere hier, das verrät schon der Name, ist das selbstgebraute Bier. Wenn er gekonnt hätte, hätte sich der Gatte durch die Karte probiert. Aber es ist gradmal mittags und wir haben noch viel Fahrradweg vor uns.


Wir überqueren die stark befahrene Hauptstraße und suchen am Fuße der Seebrücke einen Parkplatz für die beiden Fahrräder. Gar nicht so einfach bei dem, was hier los ist! Ein paar Schritte noch – und da ist er. Am End ist es für Außenstehende auch nur Sand mit Meer davor, für mich ists Erinnerung pur. Hach, schön!


Natürlich laufen wir bis ganz ans Ende der Brücke und bleiben eine Weile hier. Aber naja – Ferienzeit und Götterwetter ist schuld – hier ist echt die Hölle los. Ans Baden haben wir eh nicht gedacht, also schlendern wir noch durch die Budenzeile, futtern Fischbrötchen und machen uns wieder auf den Heimweg.

Wir grillen zum Abendessen und spielen zusammen ein spannendes Rätselspiel von den drei ???, wo man zu einer Krimi-Geschichte erst puzzeln muss und dann auf diesem Bild die Spuren finden muss. Tolles Spiel, sogar für uns “große Kinder”. Und als die Kurzen im Bett waren, haben wir pünktlich um Mitternacht noch Singen dürfen, denn Papa Schnitz hat heute Geburtstag … Happy Birthday


Tag 3

Heute darf sich das Geburtstagskind aussuchen, wo es hingeht. Vorher wird er natürlich auch von seinen beiden Sohnemännern beschenkt, die ja heute nacht schon ganz brav in ihren Bettchen geschlafen haben. Seine Wahl für unseren Ausflug fällt auf eine Boddenfahrt rüber nach Born mit einem Besuch dort im Kletterpark. Pünktlich stehen wir am Hafen, damit wir auf jeden Fall mitkommen, denn wie schon erwähnt, Zingst platzt aus allen Nähten. Ferienzeit, mega Wetter und coronabedingte Umbucher, die eigentlich ins Ausland wollten.

Wir sind fast die ersten, die auf die Fähre dürfen und finden ein schönes Plätzchen ganz oben. Schon jetzt, morgens halb 10, ist es richtig warm, und wir genießen die Überfahrt, während der Käptn sehr viel Interessantes zu erzählen weiß. Als wir eine Stunde später in Born vom Dampfer gehen bekommen wir einen regelrechten Kulturschock. Absolut ruhig, gemütlich, beschaulich ja schon fast beängstigend ruhig ist das hier. Unfassbar schön, so wie ich eigentlich die Orte Zingst und Prerow in meiner Erinnerung habe. Die sind mittlerweile leider ein wenig ver-sylt-et und das ist eigentlich so gar nicht unser Geschmack. Aber zurück zu Born. Den kleinen Fußmarsch zum Kletterpark machen wir gern, es ist nicht weit und so kann man den Ort gut kennen lernen.


Der Kletterwald ist an den Erlebnishof Gut Darß gekoppelt, ein sehr weitläufiges landwirtschaftliches Gut, welches auch den touristischen Sektor abdeckt. Ein Besuch lohnt sich hier allemal! Die Jungs mieten sich Geschirre und werden von uns in das Klettergelände entlassen, Mama Schnitz und ich machen es uns im Restaurant daneben gemütlich. Allerdings ist die Terrasse mit großen Glasscheiben eingefasst, so dass schon nach kurzer Zeit das Gefühl haben, zu braten und wir setzen uns mit unseren Getränken vor das Ausleihhäuschen der Kletterer.


Unsere Jungs kommen nach ca. zwei Stunden fix und fertig aber überglücklich wieder raus, der Besuch hat sich tatsächlich gelohnt. Wen es mal nach Born verschlägt – unbedingt hier einkehren. Nicht nur der Kletterwald ist einen Besuch wert sondern auch die Minigolfanlage ist super schön.

Wir machen uns wieder auf den Rückweg, denn wir wollen unbedingt die nächste Fähre bekommen, dass wir wieder rechtzeitig in Zingst zurück sind. Nach einem kleinen Snack im Hafen gehts auch schon los, wieder vorbei an der großen Kanalbrücke, die extra für uns die Autos anhält, aufklappt, sodass wir passieren können.


Zu Abend essen wir in einem Restaurant, welches sich das Geburtstagskind aussuchen darf. Er hat sich für das “Skipper” entschieden. Sehr gut. Man steht zwar eine Weile an (logisch – Hauptsaison!), aber das Essen ist wirklich sehr lecker. Und die Kids bekommen auch eine Beschäftigung in die Hand, so dass die für sie lästige Wartezeit verkürzt wird.


Mit vollen Mägen ziehen wir zufrieden wieder zurück in unser schönes Ferienhaus und müssen erneut bis 00:00 durchhalten, denn es steht der nächste Geburtstag an. JAN feiert morgen seinen 44. und natürlich feiern wir auch in diesen hinein. Frau Schnitz und ich haben uns mächtig ins Zeug gelegt und den beiden ein tolles gemeinsames Geschenk gemacht. Allerdings mussten die beiden sich das erspielen! Wir haben diverse Geschenkteile und Hinweise im Haus versteckt:)

Ihre erste Karte enthielt selbstverständlich Glückwünsche aber eben auch das Spiel, ein Kreuzworträtsel. Das mussten die beiden zuerst lösen, um weitere Hinweise zu finden. Die beiden waren schon ein klitzekleines bisschen angetüdelt aber haben die Lösungen super schnell gewusst und alle Felder ausgefüllt! Respekt! Das erste Lösungswort war: KAMINOFEN. Dort fand sich das erste Geschenk von dreien: T-Shirts. Mit einem markanten Spruch von Alfred Tetzlaff – Ekel Alfred -, den die beiden sehr verehren und auch diesen Spruch sehr mögen. (Die Aussage stammt übrigens aus “Der Silvesterpunsch”, welche Folge jedes Jahr zum Jahreswechsel im TV läuft und Pflicht bei uns allen ist!)


Bei den TShirts lag aber auch schon der nächste Zettel, welcher auch ein Wort aus dem Kreuzworträtsel ergab. Dieses war TIEFKÜHLFACH. Hier fanden die zwei dann ihr eigentliches Geschenk, einen Gutschein für einen Trip zu viert. Und da wir uns ja in unruhigen Zeit befinden, konnten Frau Schnitz und ich das Ziel nicht genau festlegen und haben den beiden mehrere angeboten. Sie dürfen sich eines davon aussuchen und wir werden dann für 2021 eine schöne Reise darauf planen. Na? Was ist es geworden? Tatsächlich haben sich beide recht schnell für den Spreewald entschieden! Wer hätte es gedacht.

In diesem Gutschein war dann auch der dritte Teil des Geschenks versteckt – nochmals ein Zettel, auf dem ein Wort aus dem Kreuzworträtsel gebildet werden musste. Das war dann TIMBERJACKS. Dorthin werden wir nämlich auf der Heimfahrt, die aber noch weit entfernt ist, einen Boxenstopp machen und schön Essen gehen.


Mit den neuen Tshirts am Körper und nem breiten Grinsen im Gesicht haben sie dann nochmal ordentlich mit uns auf die Geburtstage angestoßen und dann gings ab in die Betten. Für morgen durfte das andere Geburtstagskind den Ausflug auswählen und es wird mit der Pferdekutsche zum Leuchtturm Darßer Ort gehen und wir werden ein kleines Stück durch den Nationalpark wandern. Gute Nacht!


Tag 4

Mit den Fahrrädern sind wir superpünktlich nach Prerow gestartet, denn wir dachten uns schon, dass das ein beliebtes Ausflugsprogramm sein könnte. Und es war auch gut so, wir waren die zweiten, die am Startpunkt der Kutsche ankamen, ließen unsere Räder angeschlossen im Wald zurück und warteten auf unser Gefährt. Es wurde immer voller und am Ende standen so viele Leute da, dass wir uns sicher waren, dass die nicht alle in den Planwagen passen würden. Glück gehabt. Familie Schnitz durfte sogar ganz vorn beim Kutscher Platz nehmen, wir im Wagen direkt dahinter … und los gings mit 2PS durch den wunderschönen Kiefernwald.


Ungefähr zwei Stunden später haben wir dann den Leuchtturm erreicht und hier war echt die Hölle los. So viele Menschen, wir ergaunerten uns nach einer kurze Wartezeit einen Tisch im Restaurant unter dem Leuchtturm und futterten erstmal eine Kleinigkeit. Es war schon wieder glutheiß und wir waren froh, dass wir dann an den Strand aufbrechen konnten, da wehte ein wenig Wind. Sehr angenehm!


Wir hatten im Vorfeld einen schönen Rundwanderweg rausgesucht, der uns am Ende zurück zum Kutschenparkplatz bringen würde. Allerdings haben wir uns während der Wanderung, die etwas kräfteraubend wegen der Hitze und etwas langweilig für die Kids wurde, entschieden, für den Heimweg die etwas schnellere Bimmelbahn zu nehmen. Aber vorher stand ein Fußmarsch durch die wunderschöne Bodden-Landschaft. Naturidylle pur und wunderbar für uns Touristen aufbereitet mit einem Holzsteg. Beginnend am Strand, wo ich einen perfekten Hühnergott fand, gings in den Rundweg über die Heidelandschaft.


Ziemlich erschöpft kamen wir an der Haltestelle der Bimmelbahn an, die nächste würde in 15 Minuten kommen. Wunderbar. Die brachte uns flott zurück nach Prerow. Hier besuchten wir noch die Heimatgalerie und das Bernsteinmuseum, was praktischerweise direkt an der Haltestelle war, holten unsere Fahrräder wieder aus dem Wald und radelten in das Darßer Brauhaus, wo JAN und ich schon vor zwei Tagen waren.


Hier gabs ein richtig leckeres Abendessen, bevor wir die lange Fahrt zurück nach Zingst nahmen. Nun, mit schon ein paar Kilometern zu Fuß in den Beinen, waren wir alle froh, wieder zurück zu sein. Morgen werden wir uns trennen. Familie Schnitz legt einen Badetag in der Ostsee ein und wir werden den Fahrradbus nach Ahrenshoop nehmen, dort den wunderschönen Weststrand besuchen und – mal sehen – direkt zurückfahren oder den Fahrradbus zurück nehmen. Gute Nacht.


Tag 5

Nach einem gemeinsamen Frühstück trennen wir uns. Familie Schnitz belädt den Bollerwagen mit allerlei Strandspielzeug und anderen nützlichen Dingen und wir schwingen uns auf die Fahrräder und radeln in Richtung Bushaltestelle. Witzig, wie der Bus einen kleinen Anhänger hat, wo die Räder verstaut werden und wir werden komfortabel nach Ahrenshoop geschaukelt. Klar hätte man auch direkt hinfahren können (einfach 24km), aber – ich bin ehrlich – das lässt meine Fitness einfach nicht zu und wir wollen ja auch genießen. Also Fahrradbus!

In Ahrenshoop angekommen führt uns unsere Tour durch den Ort. Im Vergleich zu Zingst etwas ruhiger aber eben auch sehr touristisch, wir laufen zum Strand, der direkt im Ort erreichbar ist, verschnaufen dort kurz, trinken eine Kleingkeit und beschließen, uns erstmal etwas Schönes zum Mittagessen zu suchen. Das finden wir im Räucherhaus am Hafen. Megageil. Wirklich direkt am Hafen bekommen wir einen Tisch am Rand, können den ein- und auslaufenden Schiffen zuschauen, sehen wie ein junges Pärchen mit ihrem Segler havariert (die Ärmsten!), beobachten die großen Zeesboote, die von ihren Touren zurückkommen. Zeesboote sind traditionelle und für Deutschland einzig­artige Fischerei­boote, die es nur auf dem Darß bzw. Zingst gibt. Man erkennt sie an den typisch braunen Segeln. Heute transportieren sie aber keinen Fisch mehr dafür aber erlebnishungrige Touris.


Wir essen leckeren Fisch, trinken ein Glas Wein dazu und nehmen von hier die Fahrt zum Weststrand auf. Gleich hinter dem Lokal geht es ab in den Wald raus zum einsamen Strand! Was für ein idyllisches Fleckchen Erde. Wir bemerken allerdings schnell, als wir uns niedergelassen und unsere Handtücher ausgebreitet haben, dass wir wohl an einem FKK-Strand gelandet sind. oh! Bestimmt 80% der Sonnenanbeter waren pudelnaggisch. Also bleibt das Handy im Rucksack und ich habe hiervon kein Foto. Wir beide bleiben aber im Bikini und Badehose, gehen eine Runde schwimmen – herrlich – lassen von der Sonne unsere Klamotten wieder trocknen, schreiben ein wenig mit Familie Schnitz, die auch in der Sonne am Strand schwitzt und machen uns wieder auf.

Wir werden von hier einen anderen Weg durch den Wald nehmen, fahren nach Born rüber und lassen uns dort wieder vom Fahrradbus einsammeln. Die Strecke zieht sich, die Sonne tut ihr übriges, kurz vor Born kommt auf freier Strecke dann auch noch Gegenwind dazu und ich bin ziemlich erledigt, als wir ENDLICH in Born ankommen. Wir erfrischen uns im Cafe Walfischhaus (ich hatte ein megageiles Dessert!) und fahren zur Haltestelle.


Zurück in Zingst treffen wir wieder auf unsere Urlaubsbegleiter und bewundern den Sonnenuntergang super gemütlich mit einer Flasche Wein in gecaperten Strandkörben und lassen den Tag ausklingen.


Tag 6

JAN und ich habe uns für den heutigen Tag einen Ausflug auf die Insel Hiddensee vorgenommen. Papa Schnitz hat sich schon vor ein paar Wochen für einen Anglerausflug auf hoher See angemeldet und Mama Schnitz wird mit den Schnitzis wieder an den Strand gehen und den großen Abendteuerspielplatz besuchen gehen.

Wir starten sehr früh mit den Rädern runter zum Hafen, stehen eine Weile am vermuteten Liegeplatz rum, wundern uns, dass kein Schiff kommt und hätten es fast verpasst. Da wo wir dachten, fuhr sie garnicht ab. Zum Glück folgten wir mal den anderen Gästen und siehe da, um die Ecke, da lag der Dampfer. 🙂 Gefunden. Wir lösen ein Ticket für 2 Personen und 2 Räder, entern einen schönen Platz oben an Deck und machen es uns gemütlich. Die Überfahrt dauert ca. 3,5 Stunden – eine lange Zeit, die wir zum Entschleunigen nutzen. Das Schiff legt in Vitte an, hier herrscht regelrechter Trubel im Hafen, aber wir fahren gleich weiter in den Ort Kloster. Wir stärken uns mit einem Fischbrötchen und starten unsere Auffahrt zum Leuchtturm.

Denkste! Schon nach kurzer Zeit leicht bergauf gebe ich mich geschlagen. Nun weiß ich warum uns die Frau so anerkennend angeschaut hat auf der Fähre, mit der wir ins Gespräch kamen und ihr unter anderem auch erzählten, dass wir zum Leuchtturm rauffahren wollen. Vergiss es ganz schnell wieder. Wir radeln ein kleines Stück zurück, binden unsere Fahrräder neben anderen unzähligen an einem Parkplatz für Räder an und steigen zu Fuß hinauf. Zwei Kilometer straff bergauf auf knapp 80m. Bei über 30°. Zum Glück hat es zwischendurch immer mal wieder wunderschöne Aussichtspunkte, die man nutzen konnte, um durchzuschnaufen und die Blicke schweifen zu lassen.

IST DAS SCHÖN HIER!


Angekommen am Leuchtturm umrunden wir ihn, machen ein paar Fotos und genießen die Umgebung. Super schön. Diese Insel ist mit Sicherheit mehr wert als eine kurze Stippvisite mit dem Fahrrad. Und wer weiß, vielleicht verschlägt es uns einmal wieder hierher zurück.


Nun müssen wir uns allerdings etwas sputen, denn die Fähre zurück müssen wir definitiv kriegen, ansonsten heißt die Alternative Spontanübernachtung hier auf der Insel. Die nächste fährt erst morgen mittag wieder. Natürlich kriegen wir die Fähre, schaffen es sogar noch, vorher im Hafen ein Eis zu essen und lassen uns wieder 4 Stunden lang zurück nach Zingst schaukeln, wo wir auf die anderen vier treffen. Papa Schnitz hat einen wunderbaren Tag auf See verbacht, erfolgreich geangelt und Mama Schnitz hat die Kinder “gelüftet”. Uns allen steckt ein langer Tag in den Knochen und wir gehen früh zu Bett. Morgen ist schon unser letzten Tag in Zingst. Es schnuppert schon leicht nach Abschied.


Tag 7

Da ist er schon wieder. Dieser berühmtberüchtigte letzte Urlaubstag. Määh, was ich den überhaupt nicht leiden kann. Papa Schnitz kann den älteren der zwei Mini-Schnitze überreden, mit zum Morgenangeln vorn an der Taucherglocke auf der berühmte Seebrücke zu begleiten. Er macht ein paar sehr schöne Sonnenaufgangsbilder, die ich hier festhalten möchte. Gebissen hat nichts, aber das Erlebnis war es allemal wert. Sagt er zumindet. Ich glaube ihm das einfach mal … 🙂


Nach einem schönem Frühstück machen wir uns also dann daran, das Haus aufzuräumen, alles wieder zusammen zu sortieren, Klamotten wegräumen, die Unordnung beheben und erste Dinge in die Autos zu verstauen. Die Fahrräder müssen wir heute schon wegbringen, allerdings nicht bevor wir damit nochmal eine letzten Rundfahrt durch Zingst gedreht haben. Gegen Nachmittag verbringen wir noch eine schöne Zeit an der Strandbar, trinken ein paar kühle Schirmchendrinks und lassen die letzten zwei Wochen Revue passieren.


Was war das für eine schöne Zeit. Wir haben so viel erlebt und ich bin wie immer heilfroh, dieses Medium hier zu haben, dass man zumindest kurz reinschauen kann und sich die Erinnerungen wieder hervorholen kann.

Wir haben zwei wundervolle Wochen hinter uns. Pickepackevoll mit Unternehmungen und Erlebnissen. Wir hatten wirklich unfassbar megaendgeiles Traumwetter. So braun war ich nicht mal in der Karibik. Wir hatten zweimal richtig Glück mit den Buchungen (unser Hausboot und dieses Ferienhaus). Beides war absolut perfekt. Corona war bis auf ein paar Ausnahmen kaum ein Thema, wir haben es kaum gespürt und konnten unbeschwerte Tage erleben. Familie Schnitz ist uns in dieser Zeit noch näher gerückt. Wir können uns echt super gut leiden und freuen uns nun auf unseren Ausflug nächstes Jahr in den Spreewald.

Freunde sind die Familie, die wir uns selbst aussuchen!

Ich bin so glücklich darüber, meinem JAN die Ostsee gezeigt zu haben. Schon so lange habe ich davon geträumt, ihn endlich hierher entführen zu dürfen. Nun hat es endlich geklappt. Auch wenn sich meine Erinnerungen nicht ganz mit dem decken, wie es heute ist (immerhin liegen da knapp 40 Jahre dazwischen), war es trotzdem wunderwunderschön hier. Und wir hoffen, dass es uns recht bald mal wieder hierher verschlägt. Dann vielleicht nach Born? Das fanden wir beide so schön. Dann wenn die Kraniche fliegen. Das wäre so schön!


Tag 8

Unser Abreisetag. Wir packen die Autos fertig, geben den Hausschlüssel schweren Herzens zurück und fahren in Richtung Heimat. Aber nicht, ohne nicht zwischendurch noch den errätselten Zwischenstopp im Timberjacks zu machen. Hier gibts nochmal ein superschönes Abschlussessen, bevor wir die letzten Kilometer abspulen. Und als wenn es so sein müsste, kurz vor daheim fängt es an zu schütten. Ein Regenguss, Gewitter mit sinflutartigen Bächen auf der Autobahn. Also sind wir nicht traurig, wieder heim zu fahren. Adieu und Auf Wiedersehen. Bis zum nächsten Urlaub!