2019 | Karibische Inseln – mit der MS2

DomRep – nur eine Stipvisite!

Richtig, der nächste Stop unseres wunderschönen Schiffs ist tatsächlich die Dominikanische Republik, aber zuerst noch ein kurzer Rückblick auf den Seetag. Den wollten wir ja bekanntermaßen nutzen, um auszuspannen, Kraft zu tanken und uns zu erholen! Das haben wir vorzüglichst hinbekommen! Erholungsgrad: 10/10 … 🙂

Wir haben uns von einer Ecke des Dampfers zur nächsten gerollt und dabei geschlemmt und genossen. In vollen Zügen. Einen krönenden Abschluss fand der Seetag in unserem Sushi-Workshop. Einen solchen haben wir schon auf unserer ersten Kreuzfahrt gemacht. Kostet 25€ pP, man bekommt viel Wissen eingetrichtert und kann währenddessen selbst Hand anlegen. Selbstverständlich wird das Ganze am Ende auch vertilgt. Ein tolles Erlebnis. Wissenstechnisch sowie kulinarisch! Wieder einmal sind wir superglücklich, dass wir mitgemacht haben und können diesen Workshop wirklich jedem ans Herz legen!

Am Abend treffen wir an der HoheLuft-Bar unseren beiden Ausflugsfreunde Gernot & Michaela, mit denen wir zusammen Dominica erkundet haben. Für die beiden endet morgen schon die Kreuzfahrt und sie nehmen ihre letzten Drinks und schauen sehnsüchtig der untergehenden Sonne hinterher. Sie empfehlen uns noch einen Ausflug für die Insel Martinique, welchen sie selbst gemacht haben und schwärmen uns davon vor. Gleich morgen früh werde ich versuchen, für uns das gleiche zu buchen.

Tagescocktail: Freiwind


In aller Früh legen wir in La Romana, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, an und ich nutze das Internet des Hafengeländes, dass ich uns den Ausflug für Martinique buchen kann, wie gestern abend gehört. Eine Bestätigung bekomme ich auch super schnell und überweise die Gebühr per paypal. Zeitgleich packen wir unsere Sachen für den heutigen Tag. Wir haben nichts groß geplant, da uns die Dominikanische Republik nicht wirklich so anspricht. Einen Mietwagen habe ich schon vor Monaten gebucht. Den werden wir gleich abholen und nach Punta Cana durchstarten wo ein Hard Rock Café ist. Den Rest des Tages wollen wir uns treiben lassen, mal sehen wohin es uns weht. Dasss dieser Tag defintiv nicht so endet, wie geplant, ahnen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht!

DOMINIKANISCHE REPUBLIK:

  • Hauptstadt: La Romana
  • Lage: Inselstaat auf der Insel Hispaniola
  • Fläche: 48.730 km²
  • Bevölkerung: ca. 10.767.000 Einwohner
  • Sprache: Amtssprache ist Spanisch
  • Währung: Dominikanischer Peso

Wir checken aus und beobachten das hektische Treiben hier im Hafen. Heute verlassen uns ca. 80% der Gäste dieser Weihnachts-/Silvester-Kreuzfahrt. Sie waren schon vier Tage vor uns in der DomRep aufgestiegen und sind somit nun einmal “rundherum” und verlassen das Schiff. Demtentsprechend ist das Aufkommen an allen Decks, im Hafen und draußen im großen Terminal. Wir freuen uns, dass wir noch bleiben dürfen, wohl wissend dass auch wir in ein paar Tagen goodbye sagen werden. Aber bis dahin haben wir noch Zeit zum Erkunden und Urlauben.


Am Terminalausgang werden wir abgefangen und man liest unsere Reservierung (angeblich ist das Auto ja im Hafen entgegenzunehmen) und man bedeutet uns, zu warten. Kurze Zeit später hält ein Minivan, der uns zu Alamo bringt, wo wir mitten in der Hauptstadt in einer engen Gasse, streng bewacht hinter einem dreimeterhohen Schiebetor unseren Mietwagen entgegennehmen können. Ein Security steht derweil Wache, mit der Waffe im Anschlag. Aaaaha! Mir wird mulmig und das is noch milde ausgedrückt! Was ist denn hier los? Wir vereinbaren einen festen Rückgabetermin, der hier wohl auch einzuhalten ist … und fahren durch das sich sofort wieder hinter uns schließende Tor raus ins enge Gewirr der Stadt .. und sehen zu, dass wir hier raus kommen!

Unser nächstes großes Ziel ist ja – wie schon gesagt – das Hard Rock Café in Punta Cana. Leider lässt uns heute das Wetter im Stich. Der Himmel ist grau in allen Schattierungen. Es wird und wird nicht heller. Im Hafen war die Welt noch in Ordnung, hier rechnet man jederzeit mit einem Regenguss. Die Fahrt selber ist auch nicht wirklich schön, eine dicke fette breite Autobahn. Ungefähr eine Stunde später sind wir endlich da, sehen von weitem schon die große Gitarre, die auf das Hotel mit dem HRC hinweist. Auch hier ist wieder alles mega bewacht, überall Pförtnerhäuschen, Schranken und wir werden streng gelotst. Das HRC entpuppt sich dann allerdings als ein großer Hotelkomplex, wo der gelangweilte Amerikaner zwei Wochen verbringen kann, ohne je einen Fuß vor die Tür setzen zu müssen. Einen traumhaften Strand vor der Nase, ein Megakomplex hinten dran mit allem, was sein Herz begehrt. Wir wandern ein wenig durch die Gänge, kaufen ein paar Kleinigkeiten ein, im HRC-Shop (der der kleinste Shop von allen hier ist) holen wir den Magnet und ein Shirt und sind im Grunde auch schon durch. Bars & Co. sind hier Mangelware, dazu müsste man wohl direkt ins Hotel, was wir weder wollen noch dürfen, also verlassen wir diesen Ort. Einmal mehr bestätigt es unsere Meinung zu diesem Urlaubsziel.


Wir finden auf der Karte noch ein zweites HRC hier in der DomRep, wohl auch mit Café, welches wir ansteuern, um uns unser obligatorisches Bierchen zu holen, eine Kleinigkeit zu essen und dem Nieselregen zu entkommen. Das Navi blinkt “Ankunft” und auch hier wieder: Einkaufszentrum. Hm, aber gut, diesmal ists tatsächlich ein schönes HRC, wir erhöhen die Anzahl der Gäste auf vier und man freut sich. Wir bestellen lecker ribs für den JAN und nen schönen Veggie-Burger für mich. Zwei Bierchen dazu – zack glücklich.

Denkste!

JAN war die letzten Minuten schon sehr still, ich habs aufs Wetter geschoben, draußen regnets mittlerweile in Strömen. Er stochert recht lustlos auf seinem Teller rum, ist brummelig und rückt dann endlich mit der Sprache raus. Es geht ihm nicht gut, gar nicht gut. Sogar richtiggehend scheiße schlecht. Sein Kreislauf sackt ab, er wird grüngelblichblass im Gesicht und ihm ist sichtbar unwohl. Er hat fürchterliche Magenschmerzen. Wir beide wissen sofort: seine Gastritis ist wieder da.

Einen ähnlichen Anfall gab es schon im Sommer, als er mit ein paar Freunden auf seine heißgeliebte Milseburg wandern wollte. Auch diesen Ausflug musste er damals abbrechen und sich zum Arzt fahren lassen. Damals wusste er nicht, was er haben könnte, die Diagnose kam aber recht schnell. Akute Gastritis.

Nun – sie ist wohl wieder da. Wir denken, nein, wir sind sicher, dass der etwas übermäßige Genuss von guten Essen und Alkoholika der letzten zwei Wochen seinen Tribut fordert.

Der arme JAN. Mit Tränen in den Augen lässt er seine ribs zurückgehen, das Bier schiebt er mir rüber und bestellt sich (hoffend, dass es dem Kreislauf förderlich ist) eine Cola. Wir warten obs besser wird, sogar die Bedienung ist besorgt, aber es wird nicht besser. Ich spiele einige Szenarien im Kopf durch (Krankenwagen?, Arzt? Krankenhaus?), aber der Wunsch, so schnell wie möglich aufs Schiff zurück zu kommen, ist am größten.


Und so brechen wir auf. Leider darf ich den Mietwagen nicht bewegen und er muss sich mit den Schmerzen auch noch hinters Steuer setzen. In Deutschland wär mir das völlig Rille gewesen, aber hier, im Ausland, irgendwie alles extrem unsicher (siehe “Waffe im Anschlag”!) habe ich keinen Bock, mich im Ernstfall auf eine Diskussion einzulassen. Also spulen wir recht schweigsam die Kilometer zurück in die Hauptstadt ab und sind heilfroh, bald da zu sein. Allerdings stellt sich noch eine Hürde – der Hobel muss wieder vollgetank werden. bzw, nein nicht voll, nur dreiviertelvoll, so haben wir ihm übernommen. Das war dann nochmal ein Abenteuer an der Tanke, den Buben zu erklären, dass wir NICHT GANZ VOLL haben möchen. Armer JAN, mit seinen Schmerzen und dann noch solche Diskussionen mit den Schlitzohren an der Tanke.

Geschafft! Wir hupen vor dem Stacheldrahttor, der Security kommt angeflitzt, lässt uns einfahren und dann müssen wir aber leider noch eine Stunde auf die nette Dame warten, die uns das Auto wieder abnimmt und einen Transfer organisiert, der uns sicher in den Hafen zurück bringt. Mittlerweile haben sich die Schmerzen aber ein wenig gelegt und er hat auch wieder ein bisschen mehr Farbe im Gesicht.

Zurück im Hafen entern wir sofort das Schiff und gehen auf unsere Kabine. JAN legt sich sofort hin und versucht, durch Schlafen seinen Magen wieder ruhig zu bekommen. Er tut mir echt leid. Wir verbringen den Rest des Tages tatsächlich ganz alleine in unserer “3111”. Ich schaue mir ein paar Filme an und pünktlich zum Auslaufen gehen wir dann raus an die frische Luft, winken der DomRep verabschiedent nochmal zu und beschließen, unser Abendessen im Ganz schön gesund-Bistro zu nehmen. Und – wer ihn kennt, schüttelt jetzt wahrscheinlich ungläubig den Kopf – JAN trinkt einen Tee zum Abendessen! 🙂


Es ist schon wieder alles gut, sein Bauchi tut nicht mehr weh und er ist auch schon wieder bestens gelaunt. Trotzdem lassen wirs heute abend ganz ruhig angehen und verziehen uns früh in die Koje. Morgen ist wieder ein Seetag und übermorgen sind wir dann auf Martinique, wo wir mit einem Trimaran segeln werden!

Tagescocktail: Wunderbar

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