2019 | Karibische Inseln – mit der MS2

Aruba – one happy island

wenn man den gestrigen Tag bis ganz zum Ende durchliest, weiß man, warum wir heute nicht zum Sonnenaufgang oben auf Deck 14 waren. Puh, die Silvesternacht steckt uns ganz schön in den Knochen. Unser Kreuzfahrtdampfer liegt schon fest vertäut im Hafen und die Sonne kitzelt unsere Nasenspitzen, als wir endlich wach werden. Sogar Morzawan und Abdos, unsere Roomkeeper, warten schon ungeduldig, dass sie in unsere Bude können.

Allerdings müssen wir erstmal aufräumen und unsere klitschnassen, achtlos auf den Boden geworfenen Klamotten fachmännisch in der Dusche aufhängen und uns so langsam aber sicher ausgehfertig machen. Boah, *schädelbrumm … 🙂


ARUBA:

  • Hauptstadt: Oranjestad
  • Lage: südlichste der kleinen Antillen, geologisch zu Südamerika
  • Fläche: 179 km²
  • Bevölkerung: ca. 107.000 Einwohner
  • Sprache: Amtssprache ist Niederländisch, Englisch
  • Währung: Aruba-Florin

Das “A” der ABC-Inseln – Aruba – hat sich zum Neujahrsmorgen fein & schick gemacht und wartet auf seine Gäste. Eigentlich hatten wir für den heutigen Tag (vor Monaten) einen Ausflug über TUI gebucht, den wir allerdings schon in St. Lucia wieder gecancelt haben. Uns sagt die Struktur und Durchführung der bordeigenen Ausflüge nicht so zu. Allerdings sind wir danach daran gescheitert, uns ein Ersatzprogramm zu besorgen. Durch meine Recherchen im Vorfeld wusste ich aber, dass man am Palm Beach bei “Red Sail” Schnorcheltrips buchen kann. Wir versuchen einfach, direkt vor Ort etwas zu kriegen.

Also Rucksack gepackt, rin in die Klamotten, Rucksack noch zweimal neu gepackt, weil immer wieder was fehlte, ausgecheckt und direkt vorm Hafen ein Taxi in Richtung Beach genommen. 20US$ später sind wir auch schon dort und versuchen zuerst, irgendwo eine Tour zu bekommen für heute. Sonst erschlägt einen das Angebot, aber hier und heute – hm – es war schwierig. Wir finden zuerst einen Shop mit angrenzender Bar. Beides hat geöffnet. Im Shop fragen wir, wo wir einen Ausflug oder ähnliches heute buchen können. Ratlose Gesichter. Na bravo. Wars am Ende keine gute Idee, unsere Buchung zu stornieren?

Wir ziehen ein kleines Stück weiter über den – im Übrigen !!! – paradiesischen Strand und finden dann doch das Büro von Red Sail, dort saß sogar eine Mitarbeiterin und sie verkaufte uns zwei Tickets für einen Segeltörn mit zwei Schnorchelstopps, der 14 Uhr hier am Pier startet. Na bitte – geht doch. Dauert 3 Stunden und kostet 65US$ pP. Open Bar!

Wir beschließen, die verbleibenden Stunden genau hier an diesem Strand zu bleiben, schonmal ein wenig zu schwimmen und (hüstel) auszunüchtern. Ich suche im Rucksack nach meinem Badeanzug und greife ins Leere! Panik steigt auf – echt jetzt? Ich räume ihn komplett aus, JAN ist not amused. Ohne Mist habe ich echt bei einer der Umpackaktionen heute morgen vergessen, dass gute Stück wieder reinzulegen? Und nun?

Taxi hin und zurück kostet 40US$ und uns mit den Öffentlichen vertraut zu machen, dazu fehlt uns heute die Kraft, also muss ein Neuer her. Im Shop neben der Bar begrüßt man uns freudig, man kennt uns ja nun schon und die Damen helfen mir, aus dem eher mäßigen Angebot ein Behelfs-Badeuntensil zu finden. Die Umkleidekabine hat ca. 80x80cm, kein Fenster und auch keine Klima. Ich bin jedesmal, wenn ich ein neues Modell dem Gatten vorführe, komplett verschwitzt. (tut mir leid für die zurück gegebenen Modelle!) Aber hey, ich werde fündig, knallrot mit goldenen Dingens-Ömmeln dran. Nicht meine erste Wahl, aber aus dem Angebot dort vor Ort noch das beste Preis-Leistungsverhältnis. Bikini für 40US$ – check!

Aber nun, raus, zwei Kaltgetränke an der Bar geordert und ein schattiges Plätzchen am Strand gesucht. Zuerst hatten wir die kühne Idee, eine der Liegen zu buchen, aber der Verleiher wollte 50 US$ für die zwei Stunden. Nö! Handtücher im Sand, im Schatten des Stegs – reicht vollkommen aus, um ne Runde zu chillen. Wir gehen auch ne Runde schwimmen. Aber irgendwie ist das hier nicht so unseres. Aruba ist – zumindest hier am Palm Beach – einfach zu touristisch versnobt, komplett amerikanisiert.


Aber – der Segeltörn ist echt geil. Wir sind bis auf eine 3köpfige Familie die einzigen Deutschen an Bord, der Rest ist aus den USA. Unser Guide gibt auch gleich in den ersten Minuten richtig Gas, lässt Partystimmung aufkommen, Musik und Getränke inklusive. Das fetzt! Wir sind ja weitestgehend wieder hergestellt und fühlen uns pudelwohl.


Nach ca. einer Stunde halten wir auch schon am ersten Schnorchelstop, das Antilla Wreck.

Die Antilla war ein 1939 gebautes Frachtschiff der Hapag, das für den Amerika-Handel eingesetzt werden sollte. Bereits 1940 wurde es während des Zweiten Weltkrieges auf seiner Jungfernfahrt vor Aruba selbstversenkt; das Wrack stellt heute ein beliebtes Ziel für Taucher dar. Das Wrack – heute oft umgangssprachlich Ghost Ship genannt – liegt auf seiner Backbordseite etwa 700 m von der Küste entfernt in achtzehn Meter Tiefe. Es ist in zwei Teile zerbrochen; die Schiffsmitte wurde völlig zerstört, aber Bug und Heck sind noch gut erhalten. Lange Zeit ragten bei Ebbe die verbliebenen Aufbauten aus dem Wasser, im Januar 2009 wurden diese aber durch die Strömung abgerissen. Im Laufe der Zeit haben sich in und auf dem Wrack zahlreiche Lebewesen angesiedelt, so dass die Stelle als einer der beliebtesten Wracktauchspots der Karibik gilt.

Leider sehe ich nicht wirklich etwas. Das gute Stück liegt wie gesagt auf 18 Metern Tiefe und ohne Brille – keine Chance. Ich dümpele ein wenig rum, während der Gatte versucht, zum Wrack hinunter zu tauchen. Tja, da macht ihm aber der gestrige Abend einen Strich durch die Rechnung und er bricht vorsichtshalber ab …. 🙂 Wir genießen die Gastfreundschaft unseres Veranstalters und lassen uns gemütlich zum zweiten Spot segeln. Zum Glück hat man auf diesem Schiff die Möglichkeit, auch mal ein schattiges Plätzchen aufzusuchen.


Ein paar Meter vorm Catalina Beach halten wir ein zweites Mal an und man lässt uns wieder mitsamt Gerödel ins Wasser. Hier find ichs megaklasse, denn auch ohne Brillenstärke krieg ich hier genug zu sehen. Unfassbar viel Getier schwirrt hier im Wasser umher, es reicht vollkommen aus, einfach still auf dem Wasser liegen zu bleiben, die Tiere kommen vorbei und präsentieren sich.

Etwas später gesellen sich ein paar freche Pelikane dazu, die angelockt werden von ein paar Leuten, die kleine Fische mit der Hand fangen und in die Luft werfen. Eine Einladung für die Pelikane – natürlich! JAN hat zwar keine Fische dabei, aber rückt auch sehr in den Focus dieser riesen Vögel. Putzig!


Nach drei Stunden werden wir dann auch schon wieder entlassen und sagen Danke Red Sails. Das war wider Erwarten ein sehr schöner Ausflug, auch wenn er etwas übers Knie gebrochen war – wir hatten echt super viel Spaß. Wir laufen anschießend noch durch die wie ausgestorben wirkende Vergnügungsmeile hinter den Hotelbunkern und finden das Hard Rock Café. Da haben wir allerdings Pech, denn der Laden macht erst am Abend wieder auf, da müssen wir aber schon wieder zurück an Bord sein. Zum Glück hat dieses Café aber einen zweiten Shop im Hafengebäude. Wir hoffen, dass wir dort den Magneten kaufen können und holen uns ein Taxi, welches uns zurück an Schiff bringt. Wir haben Glück, hier gibts zwar kein Bier und Burger aber allerhand HRC-Nippes, unter anderem auch unser Magnet. Auch wenn das gänzlich gegen unser Ritual geht (Bier & Magnet), so muss er trotzdem mit.

In Anbetracht der Tatsäche, dass wir gestern gar fürchterlich gelumpt haben, gibt es heute nur ein kleines Abendessen, einen klitzekleinen Absacker aber wieder einen phänomenalen Sonnenuntergang. Zum Glück ist morgen ein Seetag, bevor wir übermorgen die Dominikanische Republik erreichen werden. Den freien Tag nutzen wir, um auszuspannen.

Tagescocktail: Seestern

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