2019 | Karibische Inseln – mit der MS2

St. Lucia – die Schöne

Laut Zeitstempel des heutigen ersten Fotos waren wir 6:42 oben an Deck, um diesen Tag persönlich zu begrüßen. Irgendwie verrückt, oder? Aber wir lieben es einfach. Auch die Insel St. Lucia empfängt uns mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Und heute haben wir auch mal keinen Druck. Ein gebuchter Ausflug für diese Insel findet erst am Nachmittag statt.


ST. LUCIA:

  • Hauptstadt: Castries
  • Lage: Inselstaat im Bereich der Westindischen Inseln
  • Fläche: 616 km²
  • Bevölkerung: ca. 166.000 Einwohner
  • Sprache: Amtssprache ist Englisch
  • Währung: Ostkaribische Dollar (EC$)

Nach einem leckeren Frühstück räumen wir mal unseren kleine Bude auf, halten ein kurzes Schwätzchen mit den beiden Jungs, die unsere Kabine täglich reinigen und machen uns fertig für einen kleinen Bummel durch das Hafenviertel. JAN braucht dringend eine neue Kappe gegen die Sonne und ich möchte mich gerne mal nach einem Bikini umschauen. Mein Badeanzug ist zwar praktisch, aber der Bauch könnte schon ein paar Sonnenstrahlen abbekommen. Also. Auf gehts!

Castries, so heißt die Stadt in der angelegt haben scheint gerade zu erwachen. Hektisch werden Buden und Stände aufgebaut. Heute ist wohl Markt?! Wir bummeln durch die Gassen des Marktes und sind beeindruckt über die Bandbreite des Angebotes. Es gibt hier tatsächlich alles! Dieser Markt ist alles: Drogerie, Supermarkt, Kaufhaus, Elektronikladen! Wirklich erstaunlich. Einzig, als wir sehen, dass auch hier, wie schon mal in Asien gesehen, das Fleisch offen rumliegt bzw. -hängt, fanden wir diese Lässigkeit dann doch eher fragwürdig. Für uns Europäer ein ungewohnter Anblick.


Wir entdecken eine kleine Bar, die schon (oder noch?) geöffnet hat, ein kleiner Straßenverkauf an einer Ecke mit Sicht auf unser schönes Schiff. Hier kaufen wir uns das einheimische Bier. Das haben wir übrigens auf jeder Insel gemacht, sofern es eigenes Inselbier gab. Das hier heißt wie die Hauptattraktion: Pitons. Das sind zwei Felsen, die im Süden der Insel hoch aufragen und als Fotomotiv unheimlich beliebt sind. Das ist übrigens auch das Ziel unserer nachmittäglichen “Minikreuzfahrt”, die wir mit TUI unternehmen werden.


Aber nun machen wir uns tatsächlich auf zu einem kleinen Stadtbummel. Wir laufen und laufen und laufen, in der Hoffnung, irgendwann mal in so eine Art Einkaufsstraße zu kommen, wie man sie von all den anderen Hafenstädten kennt. Aber wir tun uns echt schwer. Bzw. macht es uns Castries da nicht so einfach. Vorbei an unzähligen geschlossenen Läden, einem abgebrannten Nachtclub, einem mittels einem Lautsprecher schon drei Blocks weiter weg zu hörenden Straßenprediger (übrigens hörte ihm niemand zu!) fanden wir dann doch noch zwei-drei Geschäfte. Für mich leider nichts aber eine Kappe für den JAN konnten wir günstig erstehen.


Viel gesehen haben wir bisher ja noch nicht von dieser schönen Insel und hoffen, dass wir das mit dem heutigen Ausflug ändern können. TUI bewirbt ihn folgendermaßen:

Minikreuzfahrt zu den Pitons
Erleben Sie die 2 vom Regenwald überwucherten Vulkanspitzen, Gros Piton und Petit Piton, von der Wasserseite aus. Sie starten mit einem Katamaran in Richtung Marigot Bay. Nach einer kleinen Erkundungsfahrt in dieser Bucht folgt ein erfrischender Badestopp (etwa 30 Minuten) direkt vom Katamaran aus. Während Ihrer Weiterfahrt haben Sie die Möglichkeit, mit einem Getränk in der Hand die Ausblicke auf St. Lucia zu genießen. Schon bald erspähen Sie die über 700 m hohen Vulkanspitzen, die unmittelbar aus dem Meer emporragen. Zücken Sie Ihre Kamera und schießen Sie Ihr persönliches Postkartenmotiv, bevor es auf demselben Seeweg zurück zum Hafen geht.

Klingt doch eigentlich ganz chillig, oder? Es geht also mal wieder im Gänsemarsch durch den Check-out und unsere doch recht große Gruppe wird auf einen Katamaran gebeten, gestopftevoll ists am Ende. Pünktlich gehts los und als erstes passieren wir auf voller Länge unsere Mein Schiff 2. Das ist mal ein ganz besonderer Anblick, den man hier von Wasser aus hat. Es dauert gefühlt ewig, bis wir endlich vorbei sind.


Der erste Punkt laut Ausflugsprogramm ist die wundervolle Marigot Bay. Ein doch recht teures Pflaster, wenn man sich hier in eines der kleinen Häuser und Hotels einmieten möchte. Hier bleibt man unter sich in der Marigot Bay. Aber – ich bin verzaubert. Auch wenn wir nur fotografieren dürfen: mann ist das schön hier! Karibik pur.


Wie schon erwähnt, hier schippern wir leider nur ganz langsam rein in die Bucht, drehen eine kleine Runde und fahren wieder hinaus. Aber ist ja nicht so schlimm, denkt man. Als nächstes gibts ja immerhin einen Badestopp. Super! Wir freuen uns. Aber was wir dann erlebt haben ist kein Genörgel, nein. Das empfinden wir beide noch immer als Frechheit. Ich bin mir nicht sicher, ob TUI tatsächlich weiß, was sie da ihren Gästen wirklich zumuten.

Es geht in eine Bucht, die schon von weitem komplett überfüllt wirkt mit unzähligen anderen Ausflugsbooten, welche am Strand dicht an dicht ankern. Hier schiebt sich unser Katamaran auch noch dazwischen und man gibt uns zu verstehen: Badestopp! Wir müssen alle ziemlich bedröppelt geschaut haben?! Häh? Hier so? Zwischen die ganzen großen Boote? Laut Beschreibung “vom Katamaran” stimmt zwar – ja, aber hier? An Land sollte man nicht, das wollte auch keiner, denn war komplett vermüllt. Okay, dann halt wenigstens eine kleine Abkühlung. Kaum waren wir mit ein ein paar anderen Gästen im Wasser, begann ein aggressiver Verkauf von Kajaks aus, die einfach zwischen die Schwimmenden und Badenden gepaddelt sind. Aggressiv und aufdringlich. Souvenirs und Getränke zu total überteuerten Preisen. Uns ist der Spaß vergangen – zurück an Bord. Wir haben uns sehr unwohl gefühlt.

Das war also der Badestopp auf den wir uns gefreut haben. Nun gut, wir müssen das Beste aus der Situation machen. Der Tag ist schon halb rum, und wir haben außer das Hafenviertel und die Marigot Bay diese Insel noch nicht kennen lernen dürfen. Uns schwant, dass sich das auch nicht mehr wirklich ändern wird. immerhiin ist die Stimmung an Bord unseres Katamarans etwas heiter, ein paar tanzen sogar. Anderthalb Stunden später kommen die Wahrzeichen der Insel in Sicht. Die Pitons! Diese Vulkankegel sind wirklich extrem beeindruckend, auch von Wasser aus. Ich trauere ein wenig der Möglichkeit hinterher, diese von Land aus zu bestaunen. Ungefähr 800 Meter erheben sie sich majestätisch aus dem Meer, sattgrün bewaldet. Kein Wunder, dass sie bei den indianischen Ureinwohnern als Götter verehrt wurden.


Wir drehen eine kleine Runde, haben dadurch viele Möglichkeiten, Fotos zu machen und fahren die ganze Strecke an der Küste wieder retour. Zwei Stunden Fahrt vor uns, die wir mit Rumpunsch, lokalem Bier und lauter karibischer Musik verbracht haben. Trotzdem waren wir froh, als wir dann endlich wieder von Bord gehen konnten.


Irgendwie ist das nichts für uns, diese geführten Ausflüge. Und so entschließen wir uns, den für den 1.1.2020 gebuchten TUI-Ausflug auf Aruba zu canceln. Also war unser erster Gang an Bord gleich an die Rezeption und wir konnten unsere Reservierung noch zurück gegeben. Der nächste Weg war zum Friseur hier an Bord. Ich brauche dringend ein Heilmittel für meine Haare. “Stroh” wäre noch geschmeichelt. Die sind knüppelhart, strohig, trocken und ausgelaugt. Sonne, Sand und Chlor hat ganze Arbeit geleistet. Mein Glätteisen kommt da auch nicht mehr durch.

Mit der neuen Waffe machen wir uns auf in die Kabine, frisch udn schick machen. Heute steht mal wieder ein Tasting an. Haben wir auch schon in 2016 gemacht. Ein Whisky-Tasting. Damals hat sich unsere Erfahrung, was den Whisky als solches betrifft, noch in Grenzen gehalten. Allerdings sieht das jetzt schon ganz anders aus.

So werden wir heute ein zweites Mal enttäuscht. Aaaaber, es lag definitiv weder am Whisky noch am Kollegen, der sich wirklich sehr bemühte. Es lag an der Location. Wir saßen mit 10 Leuten direkt vor der Essenausgabe im “Esszimmer”. Um die Ecken gleich die Toiletten. Dementsprechend stark frequentiert war der Platz, dazu kam noch die extreme Geräuschkulisse, die so eine Livecooking-Station mit sich bringt, inklusive laute Bestellungen des Personals. Leider habe ich den Namen vergessen, aber er versuchte wirklich alles, diese schlechte Location mit dem “Genuss” des Whiskys in Einklang zu bringen – kurz: es gelang ihm nicht. Das tut mr unfassbar leid. Denn das Tasting an einem anderen Ort auf diesem doch eigentlich riesigen Schiff – und wir hätten den Abend in vollen Zügen genossen.


Wir haben ein klein wenig Bange wegen der Rum-Verkostung am morgigen Abend, und beschließen, dass, falls diese auch dort stattfindet, dass wir diese canceln werden. An der Rezeption nahm man unsere Kritik sehr gern entgegen, bestätigt uns, dass die Verkostung morgen auch dort geplant wäre aber man sich defintiv um eine andere Location bemüht. Sollte sich daran nicht ändern, dürfen wir auch noch kurz davor canceln.

Das ist ein super faires Angebot. Wir nehmen es an und hoffen, dass wir mitmachen dürfen, aber eben woanders.

So geht dieser Tag auf der zauberhaften Insel St. Lucia für uns zuende. Auch wenn das jetzt vielleicht alles ein wenig gejammert klingt, sind wir trotzdem immer noch super glücklich. Diese Reise ist ein wunderbarer Trip und wir saugen alles auf. Und klar, auch heute war wieder so ein Tag, an dem wir sagen: einiges verpasst – hier müssen wir nochmal hin! 🙂

Morgen ist ein Seetag.

Tagescocktail: Fernweh

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