Edinburgh – Tag 2

Guten Morgen. Leider macht das Wetter hier nicht immer, das was es doch bitte soll. Der Himmel ist grau in allen möglichen Schattierungen aber es regnet nicht. Wir frühstücken wie gestern schon im Franky & Benny’s gegenüber und machen uns dann auf die Socken.

Heute geht es hoch hinaus. Der Arthurs Seat ist unser Ziel. Ein Berg, naja, eine Erhebung mitten in der Stadt, groß und grün. Den wollen wir heute besteigen. Ich hoffe nur inständig, dass die Hüfte mitmacht. Solche Gewalttouren sind eigentlich Gift. Aber. ich. muss. da. hoch!

Artig trotteten wir den Massen hinterher, steil geht es hinauf und wir vier schnaufen uns ganz schön einen ab, aber das Ziel liegt genau vor uns. Ähäm, komisch, da hinten windet sich der Weg am Berg aber rechts wieder hinab? Links vor uns liegt aber der Arthus Seat?! Wo ist denn hier der Aufstieg zum Gipfel? Wir suchen und queren, stolpern über unbefestigtes Gelände. Nix. Keine Chance. Das ganze Arreal ist übersät mit Pfaden, aber der richtige Weg nach oben lässt sich nicht ausmachen. Weiter hinten sehen wir noch eine Menschenreihe, die offensichtlich den Weg gefunden hat – und dann merken wir es. Wir haben offensichtlich den falschen Einstieg in den Berg genommen. Ist das denn zu fassen? Egal, wir machen das Beste aus der Situation – zollen den Steilklippen der (des?) Salisbury Crags neben dem Arthurs Seat unseren Respekt. Auch schön! Als wir wieder unten waren haben wir übrigens dann auch ein Hinweisschild für den richtigen Einstieg gefunden. Ganz andere Richtung! Verdammt. Das kommt davon, wenn man den Massen hinterher läuft! agännnwattlörnt!

Wir bummeln danach vorbei an Bobby, dessen Nase wir natürlich streicheln nochmal über den Greyfriars Kirkyard. Der ist einfach zu schön, den kann man sich auch ein zweites Mal anschauen. Gegen Nachmittag fahren wir dann mit dem Shuttle zum Flughafen, wo wir den vorreservierten Mietwagen abholen – wollen! Am Schalter bei Hertz schaut uns der gute Mann schief lächelnd an und erklärt uns, dass wir mit dieser Kreditkarte bei ihm keinen Mietwagen bekämen! Häh? Bitte was? Ja, das ist nur eine Prepaid, damit bekommt man in deren Unternehmen keinen Wagen. Verabschiedet uns, verweist uns zu Europcar gegenüber, vielleicht würden die uns ja einen geben und widmet sich, uns völlig ignorierend seinem nächsten Kunden. Wir stehen da wie vom Donner gerührt. Passiert das jetzt wirklich? Ärgerlich, dass wir den Wagen schon vorher voll bezahlt haben und (das weiß ich mittlerweile ja schon) auf dem Geld sitzen geblieben sind! Das war weg – unser Pech  – wir hätten die AGB richtig lesen müssen! Drecksverein!

Bei Europcar spielt eine super nette Kollegin den Rettungsengel für uns. Ja, natürlich nehmen sie unsere KK und natürlich hat sie noch ein Auto. Zu ihren Konditionen! Uff, fast das dreifache, was wir in D schon für die andere Verleiherei vorausbezahlt hatten. Aber was sollen wir tun? Wir kürzen die anvisierte Leihlänge um einen Tag und reduzieren alles was geht, sie schummelt uns sogar noch einen Airline-Rabatt mit rein und am Ende steigen wir ein in einen tollen schwarzen Astra. Gerettet!

Nun aber flink zurück in die Stadt – heute ist doch TATTOO!!!!! Was haben wir uns alle vier da drauf gefreut! Seit einen halben Jahr haben wir die Tickets und heute ist es endlich soweit. Schnell nochmal in die Wohnung, dem Astra einen Schlafplatz in einem Parkhaus besorgt und los gehts zu Drums & Pipes im Mutterland des Dudelsacks.

Die Tattoo war wieder einmal ein riesengroßes Highlight für uns. Dieses Jahr blieb es trocken von oben und nach einem kleinen Absacker ging es auch zügig in die Betten. Für morgen hat AIKA ein straffes Kulturprogramm zusammen gestellt. Gärten, Ruinen, Whisky und Küste!