2016 | Kanaren mit Madeira – mit der MS Herz

Der riecht doch nach Benzin, oder?

La Palma oder wie sie eigentlich richtig heißt “La Isla de San Miguel de la Palma“ ist die nordwestlichste und eine der kleineren kanarischen Inseln. Sie empfängt uns in der Früh mit dunklen Gewitter- bzw. Regenwolken, die über den großen Berg am Hafen herübergekrochen kommen. Es wirkt sehr mystisch und irgendwie ein wenig bedrohlich, wie sich die dunklen Massen herüber wälzen.

Egal wir genießen erstmal ein schönes Frühstück, futtern uns richtig satt und machen uns fertig für einen schönen Tag an Land.

Das Wetter kann ja nur noch besser werden. Wir schieben uns mit all den anderen Ausflüglern aus dem Bauch des Schiffes und entern den Hafen. Um dann hier festzustellen, dass hier doch tatsächlich KEINE Tourangebote in Form von „make a nice tour with you“ zu finden ist. Da wollen wir EINMAL auf ein solches Angebot eingehen und dann? Nichts zu finden. Wir finden eine Touristeninformation und auch diese nette Dame da hinterm Tresen verweist uns nur auf die Taxis, die draußen rumstehen. Der gute Herr hält uns ein großes Schild unter die Nase. 30 Euro pro Stunde für private Tour. Bitte was??? DREISSIG Euro? Alter Schwede. Auch wenn man ganz exklusiv von A nach B gebracht wird, aber das ist uns dann eindeutig zu teuer.

Was nun? Den ganzen schönen Tag ausschließlich in Santa Cruz verbringen? Nein, dafür hat die Insel zuviel zu bieten. Wir laufen wieder zurück ins Hafengebäude und finden eine Autovermietung. Siehe da, ein kleiner Ford Focus für ne schmale Mark ist schnell und völlig unkompliziert angemietet und 20 Minuten später sitzen wir im Auto und schieben uns durch ein dichtes und vorallem extrem enges Straßengewirr raus aus der Hafenstadt.

Als erstes Ziel deuten wir uns die Querverbindung über die Insel rüber an die Westküste aus. Dort wollen wir an den Strand und außerdem das Schauspiel der Überfahrt über die Insel genießen. Denn es geht hoch, richtig weit HOCH! Wir überwinden auf dieser ca. 27 km langen Strecke immerhin 1350 Höhenmeter. Wir sind so hoch, dass wir oben auf dem Berg schon durch die dicken Wattewolken fahren, aber immerhin sehen wir von Weitem, dass an unserem Ziel die Sonne scheint. Das zaubert spontan ein Lachen in unsere Gesichter.

Wir fahren über El Paso nach Los Llanos de Aridane, bevor es weitergeht nach Tazacorte. Hier ließen wir die Bremsen von unserem Bergmobil ausglühen und gönnten uns eine Kaffee am Hafen. Wir beobachten die  vielen Schiffe, die rausfahren, um Delfine & Wale zu sichten. Wir wünschen ihnen viel Glück und laufen zurück über den Sandstrand. Knirschender schwarzer Sand, es mutet seltsam an, hier Badende zu sehen, die sich in die Fluten stürzen. Aber im Endeffekt ist es nichts anderes, nur eben eine andere Farbe.

Unser nächtses Ziel ist der südlichste Zipfel der Insel. Hier steht ein Leuchtturm, den wir uns gern anschauen möchten. Wir fahren einen tollen Pass oberhalb der Küste und haben einen umwerfenden Blick hinunter aufs Meer. Ein paar Zwischenstopps müssen hier einfach sein. Unter anderem auch oberhalb von „Little India“. Hier war bis ins letzte Jahrhundert noch eine Quelle, deren Wasser eine heilende Wirkung nachgesagt wurde. Das hat sich sogar bis nach Amerika herumgesprochen und war dort auch extrem angesagt und en vogue und sie kamen in Scharen. Daher bekam dieses kleine Örtchen den Beinamen „Little India“, wegen dem guten Columbus, der ja bekanntermaßen „India“ dort entdeckt hat …

Mittendrin navigierte ich meinen personal driver scharf links ins Gebirge. Wenn hier schon so günstig ein Geocache liegt, dann müssen wir den auch suchen und hoffentlich finden. Okay, den Hinweis aus der Cachebeschreibung hat es dann doch noch gebraucht, aber wir konnten hier mitten im Outback einen schönen Platz genießen, den wir ohne Geocaching niemals angefahren hätten. Danke für den Cache, Herr Owner!

Weiter geht es in abenteuerlichen Serpentinen bergab, immer Richtung Südspitze. Von weitem sehen wir schon die beiden Leuchttürme. Einen schönen alten und ein neues Modell mit altbekannter rot-weißer Bauchbinde. Hier treffen wir ein paar MeinSchiffler, die den TUIgeführten Ausflug über die Insel gebucht haben und beneiden sie nicht, sich wieder mit den vielen Anderen in den Bus zu quetschen.

Wir springen wieder flink in unseren Ford für einen Tag und steuern noch einen Geocache an. Einer der letzten Finder schreibt, dass das ein toller Platz sein soll. Wollmer selber sehen. Auch wieder auf sehr wilden Serpentinen rauschen wir runter an die Küste. Und was für ein toller Platz das ist. Wir finden hier den Faro de La Salemera. Die Brandung schießt uns tausend kleine Salztröpfchen ins Gesicht, die Natur ist hier derart rauh und schroff trotzdem  wunderschön. Wir stehen eine Weile nur da und genießen das Schauspiel der Wellen, finden schnell das kleine Döschen, tragen uns ein und steuern unseren Heimathafen an. Die Zeit sagt uns nämlich, dass wir langsam zurück fahren sollten, wenn wir mit nach Teneriffa wollen.

Das ist unser Ziel für morgen. Heute Abend haben wir noch ein kleines Whisky-Tasting hier an Bord. Aber davon berichten wir dann morgen. Ich muss jetzt erstmal los zum Friseur … 🙂

Ahoi!

Übrigens haben wir beim Tanken unseres Mietautos festgestellt, warum JAN beim ersten Halt meinte: “Der riecht doch nach Benzin, oder?”. Der innere Tankdeckel war wohl grad im Urlaub. Er war jedenfalls nicht mehr da … 🙂

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