2016 | Islay & Schottland-Rundreise

Vom Fass zum Whisky und zurück

Die Speyside ist berühmt für ihre leichten & sonnigen Whisky und hier ist die höchste Dichte an Destillerien weltweit. Logisch, dass wir hier noch mal losziehen und den einen oder anderen zu verkosten. Das funktioniert hier in Schottland auch wirklich sehr einfach. Man fährt hin, sucht das Visitor-Center bzw. den Shop und bittet um ein Tasting. In 99% der Fälle ist das kostenlos, zumindest, wenn man es nicht übertreibt und sich durch die komplette Range saufen will. Die freuen sich über jeden, der echtes Interesse zeigt. Mag sein, dass man nach vielen Besuchen in diversen Brennereien abstumpft, aber für uns ist jede noch toll und interessant.

Aber als erstes Ziel haben wir heute die Speyside Cooperage auf dem Tagesplan stehen. Wir wollen uns für morgen für die VIP-Tour einschreiben. Zum Glück sind wir heute schon hingefahren, denn morgen ist Wochenende und da ist geschlossen. Oh, was hätten wir uns geärgert. Leider kriegen wir keine VIP-Tour mehr aber die normale beginnt grad 10 Minuten später. Also, auf gehts.

Zuerst sehen wir einen Film, idealerweise mit einem deutschen Audioguide. Auch wenn unser Englisch nicht schlecht ist, aber so kann man sich voll und ganz auf die Bilder konzentrieren. Es ist ein 4D-Film, mit Gerüchen und auch Hitze. Wirklich sehr schön gemacht und zu empfehlen. Es wird die komplette Geschichte des für den schottischen Whisky so enorm wichtigen Fasses erzählt. Wo sie herkommen, aus welchem Holz die besten sind, welche Getränke sie vor dem Whisky gelagert haben, wie sie aufbereitet werden. Die Geschichte speziell dieser Cooperage wird erzählt und sehr anschaulich erklärt, was genau hier gemacht wird. Danach dürfen wir in die Produktionshalle. Nein halt, «über» die Halle. Rundherum ist eine Galerie angebaut, wo man durch Glasscheiben von oben auf die hart arbeitenden Jungs schauen darf, die den ganzen Tag alte Fässer aufbereiten. Und in was für einem Tempo. Wir haben auch ein kleines Filmchen gemacht, aber das lade ich erst hoch, wenn wir mal in einem WLAN sind. Extrem beeindruckend. Zum Abschluss probierte JAN, ein Fass zusammenzusetzen. Tricky und nicht so einfach, wie es scheint. Und was hatter sich gefreut, als es gepasst hat am End’!

Weiter gehts zur ersten Brennerei für heute. Wir landen bei GlenGrant. Der Außenbereich ist wunderschön gestaltet. Mir gefällt es, wenn die Destillerien so schön gemacht sind, wenn auch dort Wert aufs Detail gelegt wird. Hier gehört sogar noch ein großer Garten mit einem Bach dazu. Wir fragen nach einer Tour und haben Glück, 15 Minuten später gehts auch schon los. Eine rein deutsche Tour, alle Teilnehmer deutsch, außer Kelly, unser(e) Tourguide. So mittlerweile haben wir ja einige Touren gemacht, auch wenn es thematisch immer das gleiche ist, ist es dann doch wieder anders. Sicherlich ist der Prozess der Herstellung derselbe, aber jede Brennerei hat ihre kleinen feinen Besonderheiten. Zum Beispiel sind die „Stills“, die großen Kupferkessel, in denen der eigentliche Destillations-Prozess stattfindet, immer anders geformt, wodurch jeder Whisky einzigartig wird. Nach einer kleinen Kostprobe und einem netten Gespräch mit den anderen Tourteilnehmern ziehen wir auch schon weiter.

Nächster Stop ist Glen Moray, wo wir „nur“ ein Tasting ohne Tour machen.

Unterwegs sehen wir auf der Karte, dass wir gar nicht so weit vom Strand entfernt sind. Die Küste im Norden liegt quasi auf der Hand. Na, da biegen wir doch gerne mal links raus. Ein wunderschöner Strand taucht vor uns auf. Man glaubt nicht, wenn man das sieht, dass man in Schottland ist. Leider zieht sich innerhalb von ein paar Minuten, nachdem wir das Auto geparkt haben, der Himmel zu und ein Regenguss fällt auf uns herab. Wir flüchten uns in ein Restaurant, futtern uns ne dicke Plautze an (extrem lecker wars) und fahren weiter heimwärts. Die Sonne mag sich hier nicht mehr zeigen. Wir waren wohl eine halbe Stunde zu spät.

Wir machen nochmal Halt an der Destillerie Benromach, wo wir erneut ohne Tour tasten. Und JAN verliebt sich spontan in ein Wässerchen. Und tatsächlich war der Tropfen doch hier mal günstiger, als man ihn im Internet kaufen könnte. Also: Flasche geordert, eingepackt und wieder in den Schaukelbenz gestiegen.

Es ist mittlerweile auch Zeit, zurück zu kehren. Wir besorgen uns was zum Grillen und steuern den heimatlichen Campingplatz an und lassen den „Heutenichtmehr“-Geburtstag erneut mit einem Gläschen Whisky ausklingen.

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