Gedanken

FritzKola auf Ausreißer-Tour

Freitag abend schickten wir uns an, bewaffnet mit Akkuschrauber, Kisten und Möbeldecken, dem Töchterkind beim Umzug unter die Arme zu greifen. In der alten Wohnung wurde es für die beiden zu heiß, nachdem sie nun schon anwaltlich gegen eine völlig überzogene Heizkosten-Nachzahlung vorgehen müssen.

Einen solch entspannten Umzug hab ich selten erlebt. Genügend (aber nicht zuviele) Helfer, alle hochmotiviert, super vorbereitet, wenig zu schleppen, weil sie sich viel Neues anschaffen. Ein Traum-Umzug. Sogar die alte Bude haben wir gleich alle zusammen auf Vordermann gebracht. Perfekt. Da kanns Töchterle beruhigt ins neue Leben starten! <3

Aber hey. Was hat das alles mit der Überschrift zu tun???

Bei der zweiten Anfahrt an den neuen Wohnort lief uns fast ein sandfarbenes Bündel Hund ins Auto. Ein kleiner Mischling, keine Ahnung, was da drin ist, wir habens nur mit Katzen. In aller Ruhe trottet er gemüüütlich über die Kreuzung, selbst aufgeregte Passanten können ihn nicht dazu bewegen, mal nen Zacken zuzulegen. Was zum Geier … ?

Der Zwerg hatte ein Geschirr an, aber keine Leine. Weit und breit kein aufgeregter Besitzer, welcher mit rotem Kopf und wehenden Haaren hinterher flitzt. Wir reiben uns ungläubig die Augen. Echt jetzt? Geht Hundili allein spazieren?? Ich meine, das Wetter war einladend, aber mit Schneckentempo über die Kreuzung?

Wir also schnell das Auto abgeparkt, die anderen Umzugshelfer informiert und mit Katzenleckerlis (noch vom Hunde-Friseur in meiner Tasche) dem Spazierhund hinterher. Er ließ sich auch mit den leckeren Stängelchen überreden und abführen. An Umzug war nun nicht mehr zu denken, alle waren nun natürlich in heller Aufregung. “Oooooh. Behaltet ihn doch”. “Der braucht unbedingt nen Namen von uns”. “So ein süßer Kerl”. Der Ausreißer bekam temporär den Namen “FritzKola” verpasst. Alle waren der Meinung, das passe zu ihm. ?!? :)) Irgendwoher aus dem Umzugswirrwar tauchte eine Leine auf, mit der wir ihn erstmal vorm Verkehr retten konnten. Aber nun war guter Rat gefragt. Immerhin: FritzKola hatte Spaß – soviele Streichelhände, Leckerli und Sonnenschein.

Wir schickten uns also an, mit FritzKola an der Leine ein wenig um den Block zu laufen, in der Hoffnung, dass irgendwann schon jemand auftaucht, der ihn sucht. Tierheim & Polizei sollte nur der zweite Weg sein. Wir fragten die unterschiedlichsten Leute: “Entschuldigen Sie, kennen Sie diesen Hund?” Manche glotzten uns doof an, aber die meistens waren sehr hilfsbereit, überlegtenmit uns, und bedankten sich bei uns, dass wir so handeln. Am Hundesalon um die Ecke bekamen wir einen entscheidenden Hinweis. Er könne eventuell einer Frau Haas, zweite Querstraße links, gehören. Die hatte früher nen Collie, vorher einen …. quassel erzääähl … Fast schon zuviel Information. Wir also los, letzter Versuch! Bevor der immernoch total zufrieden neben uns laufende FritzKola den Behörden übergeben werden muss.

Wir liefen in besagter Straße, studierten Klingelschilder, bis FritzKola plötzlich sitz machte und sich nicht mehr bewegen ließ. Stockesteif saß er da und schaute Richtung Hauseingang. Wir sahen einen Futternapf neben der Tür und die Haustür stand offen. Uns schwante da etwas. Hier isser bestimmt daheim – ganz sicher! Und was rannte er los, als wir durch das Gartentürchen gingen. Schwupps rein zur Haustür und Frauchen kam die Treppe runter. Unsere Frage: “Ist das ihr Hund?” hätten wir uns fast sparen können. “Jaja, der gehört mir! Der macht immer den heißen Mädchen hinterher!” ????? Auf unseren Hinweis, dass wir ihn fast überfahren hätten, kam von ihr: “Ja ich hab ihm extra noch gesagt, er soll nicht weglaufen… ” ?!?! Manney, armer FritzKola, der ja eigentlich Dubi heißt, wie uns die alte Dame dann erzählt. Wir legten ihr noch ans Herz, besser auf ihren Spazierhund zu achten. Nicht dass ihn doch noch jemand erwischt. Das wäre furchtbar. Er ist so ein <3 Hund!

Frau Haas hieß übrigens Frau Weinel! 🙂

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