2019 | Karibische Inseln – mit der MS2

Auf alten Spuren unterwegs

Erneut treibt uns die ganz frühe Stunde aus dem Bett, aber zumindest geht heute schonmal die Sonne grad auf, als wir aufwachen. Wir haben diesmal super gut geschlafen. Schnell einen Kaffee “gekocht” und den Sonnenaufgang in vollen Zügen genießen.

Wir überlegen kurz, ob wir einen neuen Flugversuch mit unserer Drohne unternehmen, lassen es aber dann doch lieber sein, denn der Wind ist doch zu heftig. Zumal man auch nicht vergessen darf, dass Drohnen in Barbados absolut verboten sind. Sogar die Einfuhr ist strengstens untersagt. Wir haben sie quasi hinein geschmuggelt. Wie so unglaublich viele andere Touristen auch, wie man in diversen Foren liest … 🙂


Die Drohne bekommt also heute keine zwei Chance aber die große Mühle. Ja, das werden wir heute nochmal probieren. Laut Internet macht sie 10 Uhr auf. Also alles gepackt und los. Der Weg führt mal wieder über extremst löchrige und wirklich sehr schlechte Straßen. Der ganze Norden ist so. Man denkt immer, man habe sich verfahren und ist auch illegalen Routen unterwegs. neeee – das muss so!

Wir biegen rechts ab zum Parkplatz, freuen uns, dass wir den Kia in den Schatten stellen können und …. stehen erneut vor verschlossener Tür. Ja, ist denn das zu fassen? Okay, gut, dann eben nicht. Wir schießen ein Foto und bringen unser Gefährt wieder auf die Buckelpiste.


Auf den nächsten Punkt unseres Reiseplans für heute freuen wir uns schon. Es geht ins Barbados Wildlife Reserve.

Als wir ankommen sind wir erneut die ersten und einzigen auf dem Parkplatz. Komisch. Es liegt evtl. an der frühen Uhrzeit? Für 15 BDS $ pP dürfen wir eintreten und ich nehme es vorweg: Wir waren sehr lange im Park und beim Verlassen noch immer die Einzigen.

Was mir als erstes auffällt sind die wundervollen Steine, aus denen der Weg gelegt ist. Diese Steine kamen damals als Ballast mit den leeren Schiffen aus Europa, die Zuckerrohr aus der Karibik holen wollten. Sie wurden auch für den Bau vieler Gebäude hier auf der Insel verwendet und begegnen einem sehr oft.

Der Park ist tatsächlich wie ein Park angelegt. Unfassbar viel Grün, gepflegt und sauber. Und wir entdeecken sie auch sofort: Schildkröten. Überall über die Grünflächen und Wege laufen die Kameraden, viele pennen noch – ist wohl tatsächlich zu früh. Weiter unten trifft man auf eine große Herde rote Spießhirsche, die eigentlich aus Südamerika stammen. Sie teilen sich dieses große Gelände aber nicht nur mit den Kröten sondern auch mit Pampashasen, Kaninchen, Gürteltieren und Pfauen. Alle leben friedlich miteinander und sind (relativ) frei. Die Pfaue sind irgendwie nicht begeistert von uns. Gleich zwei schlagen vor lauter Schreck ein großes Rad. Ruhig Blut, wir wollen euch nichts.

Aber, so schön, wie die Außenanlage gestaltet ist, umso mehr erschrecken wir beim Betreten des Terrarium- und Vogelbereichs. Das ist ernüchternd. Die Schlangen und Echsen sind in viel zu kleine Käfige und Glaskästen eingesperrt. Gerade bei den Vögeln blutet uns das Herz. Riesige Papageien in Mini-Volieren, die den Namen als solchen garnicht verdienen. Ein Missstand, den ich ua auch in einer Email an den Park angeprangert habe. Einzig eine traumhafte Aussicht hat man vom Bereich der Volieren aus.

Die Affen allerdings scheinen Narrenfreiheit hier zu haben. Rotzfrech haben die sich Zugang zum Futterhaus verschafft. Wie auch immer. Wir wundern uns, dass hier so viele Tiere mit einer halben oder ganz ganzen Melone übers Gelände stolzieren und, als sie uns entdecken, mit ihrer Beute schnell in die Bäume stiften gehen.

Eine Geschichte muss ich noch festhalten, dass sie nicht verloren geht. Beim Hinauslaufen aus dem Bereich, den die Affen bewohnen, blieben wir noch eine Weile bei einer Gruppe stehen, die kreuz und quer hüpften, auch über unsere Köpfe hinweg und ich bin haarscharf einem Anschlag entgangen. Ich laufe grad einen Schritt nach vorn und höre es genau in dem Augenblick hinter mir plätschern. Wollte mir der Kerl echt auf den Kopf pieseln? Puh – da hatte ich gigantisches Glück. Das wäre fast in die Hose bzw Frisur gegangen …
Und mit den Affen verabschieden wir uns auch aus dem Park. Teils mit schönen Eindrücken leider auch mit gemischten Gefühlen. Tiere in Zoos oder Parks – ja, das ist eben immer so eine Sache.


Genau gegenüber entdecken wir ein großes Schild mit einem Namen, der mit bei meinen Recherchen zu Barbados zwar untergekommen ist, ich aber irgendwie immer wieder verdrängt habe. Farley Hill Park. Zum GLÜCK haben wir kehrt gemacht. Wir zahlen bei einer etwas gelangweilten Pförtnerin (wir waren schon wieder die einzigen Gäste hier!) 6 BDS$ Gebühr fürs Parken und laufen zum Farley Hill Park. Das Internet spuckt dazu folgendes aus:

Einst die Stätte einer wunderschönen Villa, die Sir Graham Briggs 1879 für die Unterhaltung der Könige einschließlich King George V erbaut hatte, wurde Farley Hill heute von der Regierung Barbados zum Nationalpark erklärt. Obwohl die Villa selbst 1965 durch einen Brand zerstört wurde, sind die Überreste immer noch ein idealer Ort für ein Picknick und einen Tag voller Spaß im Park, während sie einen atemberaubenden Blick auf die Südspitze der Insel bieten.

Was für ein wundervoller Ort. Man kann die majestätische Größe dieser Villa noch immer erahnen. Und es ist schön, völlig unbehelligt von anderen Menschen durch das Gelände zu streifen. Wunderschön, wie die Natur sich dieser Mauern bemächtigt und sie in ein grünes Kleid steckt.

JAN hat gleich wieder einen kleinen Freund gefunden. Kater Tom. Nein, das hat er uns natürlich nicht selbst erzählt, das wissen wir von der Shopbesitzerin, die grad ankommt, als wir hoch zum Aussichts-Pavillon laufen.


Von hier aus machen wir einen kleinen Abstecher in die Hauptstadt von Barbados: Bridgetown. Was für ein Gewusel und Verkehr. Wir suchen krampfhaft nach einem Parkplatz, werden auch irgendwann fündig und laufen ein paar Schritte am Constitution River entlang, der eigentlich garkein Fluss ist sondern im Grunde nur ein Fjord bzw. Meeresarm. Die Bajans gaben ihm aber einen Flussnamen – fertig. Überall ist Weihnachtsdeko zu sehen. Unter anderem am Hafen, wo unzählige geschmückte Weihnachtsbäume stehen, verziert mit Basteleien aus aller Herren Länder – immer markiert mit der passenden Flagge. Einen deutschen haben wir leider nicht gefunden. Wir laufen über die Chamberlain Bridge und kehren auch direkt im Restaurant “Bridge House” ein. Unsere Mägen knurren gar fürchterlich und Durscht haben wir auch. Ich esse hier mein erstes Roti – eine Spezialtät von hier. Das ist eine Art Wrap aus einem hauchdünnen Fladen, der mit allem gefüllt sein kann. In meinem speziellen Fall nur mit Gemüse aber dafür höllisch scharf. Lecker! Vom umlaufenden Balkon, wo wir sitzen, hat man einen schönen Blick auf die Boote, die grade mit vielen Touristen von Schnorcheltrips zurück kehren.

Wir beschließen nach unserer Stärkung, der Hauptstadt den Rücken zu kehren. Wir werden die Stadt besichtigen, wenn wir nach der Kreuzfahrt ganz in der Nähe hier unser Quartier beziehen und richten unser kleines Autochen wieder auf die Landstraße.


Das Sunbury Plantation House ist unser nächstes Ziel. Hier stehen doch tatsächlich auch mal noch andere Fahrzeuge auf dem dazugehörigen Parkplatz! Und auch hier ist der Platz vor dem Haus wieder aus den gelbbraunen Steinen gebaut.

Auch wenn nicht alles seit über 400 Jahren bereits auf dieser Plantage war und vieles nach einem Feuer auch durch Originalteile aus anderen Plantagen der Insel ersetzt wurde, die Sunbury Plantage wird nicht zu unrecht als Barbados „atemberaubendste“ Plantage, ja sogar der Karibik geführt. Man sieht vieles aus den letzten Jahrhunderten seit dem Bau im Jahre 1660 durch einen Iren. Auffällig sind die vielen Möbelstücke aus Mahagoni von Barbados sowie die Sammlung an Kutschen aus der früheren Zeit, alle noch sehr gut erhalten. Sogar die erste elektrische Waschmaschine und der erste elektrisch betrieben Kühlschrank von General Electric ist zu besichtigen. Man sollte auch auf keinen Fall versäumen, in der Bar den Rum Punch oder den Rum von Barbados zu probieren.

Man übertreibt nicht, wenn man das Wort “atemberaubend” in der Erklärung verwendet. Eine wundervolle Ausstellung wird dir hier für 25 BDS$ pP gezeigt. Wir bekommen sogar eine Privatführung nur für uns zwei, wenn auch unsere Guide ein wenig gelangweilt erscheint. Aber weiß der Geier, wie oft sie am Tag solche Führungen machen muss. Wir sehen es ihr nach.

Am Ende der Führung findet man noch eine kleine zus#tzliche Ausstellung, denn der letzte Besitzer (hoffe ich, hab es nicht mehr so genau im Kopf ob der Beistzer selbst war) war Optiker. Man sieht allerlei optisches Werkzeug, den ersten Behandlungsstuhl zur Augenkontrolle auf der Insel usw. Und eine Kameranarr war er wohl auch. Viele schöne alte Modelle stehen hier in einer Vitrine.

Im Eintrittspreis inkludiert war am Ende in der Bar ein Rumpunsch. Unser ERSTER Rumpunsch dieser Reise. Was ist das? Nun. Grundzutat (was auch sonst?) ist natürlich Rum. Dann wird mit Zitronen/Limettensaft, Sirup und Wasser aufgegossen, Eiswürfel dazu. Am Ende wird das Ganze mit einer Gewürzmischung bestreut, in welcher unter anderem auch Muskat und Zimt drin sind. Also – defintiv Geschmackssache und vor allem, was wir nach drei Wochen Karibik mit vielen Punsches abschließend sagen können: JEDER, also wirklich JEDER macht ihn anders! 🙂 Trotzdem: lecker!


Unser letztes Ziel für heute (Gun Hill Signal Station) fiel leider einer privaten Feier zum Opfer, die auf diesem Gelände statt fand. Das fahren wir morgen früh nochmal an. Ja – morgen. Es geht ENDLICH aufs Schiff. Die Mein Schiff 2 hält im Moment Kurs auf Barbados, morgen früh 5 Uhr legt sie an, und ab 13 Uhr dürfen wir drauf.

ENDLICH!

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